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Neuer Benchmark für Webserver misst auch den Energiebedarf

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Nach langer Arbeit hat die Open System Group der SPEC (Standard Performance Evaluation Corporation) jetzt den SPECWeb2009-Benchmark fertig gestellt. Ursprünglich sollte er schon im vorigen Jahr als SPECWeb2008 in Rennen gehen, aber es ist dann noch ein ganz wichtiges Element hinzu gekommen: die Energiebedarfsmessung. Damit hat man neben dem SPECpower_ssj2008-Benchmark mit Java Business Benchmark als Last nun auch ein international breit akzeptiertes Maß für die Energieeffizienz von Webservern.

Der Benchmark baut auf drei Szenarien auf: Banking, Ecommerce und Support. Dabei wird bestimmt, welche maximale Anzahl von Benutzern, bei vorgegebener Bandbreite und maximaler Fehlerquote gleichzeitig bedient werden kann. Den Benchmark gibt es dabei in zwei Ausführungen für die beiden Implementierungen PHP und JSP.

Das geometrische Mittel aus den drei Einzelmessungen ergibt dann den Gesamtwert entweder als SPECweb2009_JSP_peak oder SPECweb2009_PHP_peak. Zusätzlich wird in sechs Laststufen zwischen Volllast und Leerlauf die Energieaufnahme gemessen, und zwar nach der gleichen Methode und mit den gleichen Anforderungen an die Messinstrumente wie bei SPECPower_ssj2008. Aus beiden Werten setzt sich dann der Effizienzwert zusammen, der SPECweb2009_JSP_Power oder SPECweb2009_PHP_Power in average simultanious sessions (kurz asus) pro Watt angegeben wird.

Die Benchmark-Suite kostet normal 1600 US-Dollar, als Upgrade für SPEC-Mitglieder 800 US-Dollar. Unis und andere nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtete Einrichtungen zahlen 400 US-Dollar.

Der Aufwand für den Benchmark ist allerdings recht hoch. Um genügend User in der Größenordung von mehreren 10.000 zu erreichen, braucht man mehrere Dutzend physische Clients, zusätzlich den primären Client für die Ablaufsteuerung und die Energiemessung sowie einen Backend-Simulator, der angeschlossene Datenbanken etc. simuliert. Fujitsu Technology Solutions etwa hat für seine erste Submission für einen kleinen energiesparenden Server TX150 S6 mit Intel L3360 (Penryn) 80 alte Pentium-III-Blades als Userclients eingesetzt.

Derzeit sind auf der SPECweb2009-Ergebnisseite aber erst zwei SPECweb2009_JSP_peak-Werte veröffentlicht, neben dem TX150 von FTS noch der ProLiant DL370 G6 von HP mit zwei Xeon W5580 (Nehalem) -- wiewohl letztere Prozessoren mit 3,2 GHz von Intel bislang eigentlich nur für Workstations und nicht für Server gedacht waren. Der ProLiant ist mit seinem Peak-Wert von 95634 sus zwar fast fünfmal schneller, er verbraucht aber auch fünfmal mehr, so dass im Endeffekt beide Webserver auf just den gleichen Effizienzwert von 103 asus/Watt kommen. (as)