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iX Magazin

Neues Cloud-Preismodell für IBM-Mainframes

IBM führt für seine Z-Mainframes ein neues Preismodell ein. Es soll vor allem den Betrieb in einer Hybrid Cloud vereinfachen.

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(Bild: dpa, Franziska Kraufmann)

IBMs Z-Mainframes erhalten ein neues Cloud-Preismodell, das verbrauchsabhängige Software-Preise bieten und damit den Betrieb von Mainframes in Hybrid Clouds vereinfachen soll. Erste Kunden wie Dillard's testen es bereits in der Praxis, außerdem ist IBM Partnerschaften mit BMC, Broadcom und Compuware eingegangen, die entsprechende Funktionen in ihre eigene Mainframe-Software integrieren.

Die Preisgestaltung für Systemsoftware will IBM von nun an einfacher und wirtschaftlicher gestalten, womit der Konzern auf Hybrid- oder Multiclouds abzielt. Das neue Angebot heißt "IBM Z Tailored Fit Pricing" und erlaubt eine nutzungsabhängige Preisgestaltung auch der Tools zum Beispiel für Job-Scheduling, Backup und Disasaster Recovery oder Security.

Tailored Fit Pricing entfernt sich von den bisher üblichen Hardware-abhängigen Fixpreisen, indem es laut IBMs Ankündigung eine "passgenaue Preisgestaltung" und Lizenzierung der Systemsoftware erlaubt. Hinzu kommen zusätzliche Implementierungsoptionen, die auf die jeweilige Z-Umgebung zugeschnitten werden können. Beispielsweise gibt es zwei neue Preismodelle namens "Enterprise Consumption“ und "Enterprise Capacity" als Alternative zum Rolling-4-Hour-Average Preismodell (R4HA) – für neue und für bereits vorhandene Workloads.

Die "Enterprise Consumption Solution" bietet ein nutzungsbasiertes Lizenzmodell, das vorhersehbare Software-Kosten und damit Planungssicherheit verspricht. Bei der "Enterprise Capacity Solution" beziehen sich die Lizenzgebühren auf die Gesamtgröße der Hardware-Umgebung und damit die bisher einfachste verfügbare Preisgestaltung mit der am besten planbaren Kostenentwicklung. Die Gebühren basieren zwar auf dem geschätzten Mix der ausgeführten Workloads, erlauben es aber gleichzeitig auch, die tatsächliche Nutzung über die Workloads hinweg zu variieren. In den Gebühren sind höhere Kapazitäten für Entwicklungs- und Testumgebungen als bisher enthalten; außerdem werden gegenüber der klassischen Lizenzierung die Aufpreise für jegliches Workload-Wachstum gesenkt.

Durch das Pricing basierend auf der Gesamtgröße der physischen Umgebung ist kein manuelles oder automatisiertes Capping der Workloads mehr erforderlich. Mainframes lassen sich so konfigurieren, dass sie optimale Antwortzeiten liefern und den Service-Level-Agreements genügen – und nicht mehr etwaige Workload-Limits beachten.

Somit kann ein Mainframe-Betreiber seine technische Umgebungen mit voller Kapazität neu konfigurieren, ohne dass sich die Lizenzanforderungen oder die Preise ändern. Wird dieses Preismodell beispielsweise für Anwendungsentwicklung oder für Testumgebungen genutzt, muss auch bei einer z/OS-Entwicklungsumgebung selbst in Spitzenzeiten kein Capping mehr durchgeführt werden.

Die Kapazitätslösung, ebenfalls Teil von Tailored Fit Pricing, mischt und passt Workloads an, um die Auslastung des gesamten Mainframe zu maximieren. Die z/OS Container Extensions sollen eine Modernisierung oder Erweiterung von Mainframe-Anwendungen erleichtern. Hierfür lässt sich Linux künftig auf IBM Z Docker-Containern auszuführen, so dass diese zum Beispiel z/OS-Workloads auf demselben Mainframe direkt unterstützen können.

Mit z/OS Container Extensions können Programmierer auf neue Entwicklungstools und -prozesse für Linux zugreifen. Damit können sie neue, cloud-native Container-Apps erstellen und sie unter z/OS bereitstellen, ohne zLinux oder eine Linux-Partition.

Außerdem führt IBM den z/OS Cloud Broker ein, mit dem Nutzer auf Mainframe-Ressourcen und -Dienste in IBM Cloud Private zugreifen und dort neue Apps bereitstellen können. Dieser Broker ist so konzipiert, dass Entwickler von Cloud-Anwendungen Mainframe-Umgebungen durch Provisionierung bereitstellen und durch Deprovisionierung wieder freigegeben können. (Berthold Wesseler) / (fo)