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Neues fürs Rechenzentrum auf dem Datacenter R_evolution Forum

Rechenzentrum

(Bild: dpa, Jens Wolf/Archiv)

Auf dem Datacenter R_evolution Forum zeigte Huawei zwei neue Modelle seiner modularen Fusion-Serie fürs Rechenzentrum. Außerdem präsentierte EnerNOC ein Geschäftsmodell für Netzersatzanlagen.

Bei seinem Datacenter R_evolution Forum [1] präsentierte Vintin, IT-Allround-Dienstleister aus Schweinfurt, eine Reihe kommender Angebote, darunter auch zwei echte Neuerungen auf dem deutschen Markt. Zunächst zeigte Partner Huawei zwei neue Modelle seiner Fusion-Serie modularer Datacenter. Die Modelle 800 beziehungsweise 500 eignen sich zum Beispiel für Niederlassungen großer Handelsketten, die eine eigene IT benötigen. Erstere Ausführung besteht aus zwei bis acht Racks mit je bis zu 15 kW Rechenlast pro Schrank. Dabei steckt in jeder Konfiguration mindestens ein Service-Rack, das USVs, Monitoringmodule, wasserbasierte Kühlaggregate und eine PDU mit Anschlussfeld umfasst. Das Modell 500 besteht nur aus einem Schrank, in dem die Rechen-, Speicher- und Servicekomponenten stecken.

Einen interessanten Weg, wie sich mit der Netzersatzanlage eines Rechenzentrums Geld verdienen lässt, zeigte EnerNOC. Grundlage sind die zunehmenden Fluktuationen in den länderübergreifenden Stromnetzen. Um die Netzfrequenz trotz Schwankungen in der Erzeugung und im Verbrauch stetig bei 50 Hz zu halten, sind die Netzbetreiber bereit, größere Geldsummen zu zahlen. Weil ein Rechenzentrum innerhalb relativ kurzer Zeit auf kompletten Inselbetrieb mit Netzersatzanlage umschalten kann, können auch Rechenzentren hiervon profitieren: Der Netzbetreiber liefert ausgewählten Unternehmen, sogenannten Aggregatoren, bestimmte Signale. Sie entstehen durch das Auswerten der aktuellen Strom- und Spannungsdaten aus dem Netz, zusammen mit anderen Datenquellen wie Wetter-, Erzeugungs- und Verbrauchsprognosen. Netzschwankungen allein reichen zur Prognose eines Ausfalls nicht aus, sondern lassen nur die USV ohne Ausfall anspringen. Ergeben die Analysen, dass ein Ausfall des Stromnetzes unmittelbar bevorsteht, meldet der Provider dies mit einem spezifischen Signal den Aggregatoren.

Das Geschäftsmodell von EnerNOC besteht darin, seinen Kunden das Warnsignal weiter zu vermitteln. Beim Signal schaltet es die Netzersatzanlage ein und das jeweilige Rechenzentrum auf Inselbetrieb. Das entlastet das Netz um diese Leistungsaufnahme, sodass es sich wieder stabilisieren kann. Dabei kann das Rechenzentrum entscheiden, wie lange der Inselbetrieb dauern darf. Für seine Stabilisierungsbereitschaft erhält das Rechenzentrum eine jährliche Pauschale, die derzeit im fünfstelligen Bereich pro Megawatt (1000 kW) liegt, sowie einen geringeren Betrag für die Dauer des tatsächlichen Inselbetriebs. (Ariane Rüdiger) / (fo [2])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3375520

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.vintin.de/events-by-eventon/datacenter-r_evolution-forum-2016/
[2] mailto:fo@heise.de