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Neun von zehn Internetnutzern haben ihren digitalen Nachlass nicht geregelt

80 Prozent der Internetnutzer wollen sich laut Umfrage um ihr digitales Erbe kümmern, fühlen sich jedoch dazu nicht ausreichend informiert. Erben können beispielsweise nicht automatisch auf Online-Dienste zugreifen.

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(Bild: dpa, Christian Charisius)

Bitkom, der Lobbyverband der digitalen Wirtschaft, empfiehlt Internetnutzern, sich rechtzeitig mit der Frage zu beschäftigen, was nach dem Tod mit ihren digitalen Daten, etwa Social-Media-Profilen, geschehen soll. 93 Prozent haben für den Fall ihres Todes ihren "digitalen Nachlass" nicht geregelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag des Bitkom. 78 Prozent der Internetnutzer gaben an, dass sie in dieser Sache gern tätig werden würden, es aber an Aufklärung mangele. Neben Profilen in sozialen Medien oder E-Mails können die virtuellen Hinterlassenschaften wichtige Daten zu Versicherungen und Geldanlagen betreffen.

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben zum Umgang mit dem digitalen Nachlass. Jedem Nutzer sollte daher schriftlich festhalten, wie und durch wen die digitalen Daten nach dem Ableben verwaltet werden sollen. Auch kann er deren Löschung verfügen – und zwar in einem Testament oder einer Vollmacht. Vor allem für den Zugriff auf Onlinedienste wie soziale Netzwerke, E-Mail-Konten oder Cloud-Dienste sollte man nach Meinung des Bitkom eine Regelung treffen, da die Erben nicht automatisch zugreifen können.

Viele internetaffine Verstorbene wollen auch im Tod noch online sein und lassen einen QR-Code am Grabstein anbringen.

(Bild: dpa, Stephanie Pilick)

Profile im Gedenkzustand

Erben sollten die Betreiber von sozialen Netzwerken benachrichtigen, wenn sie Mitgliedschaften des Verstorbenen kennen. Viele Betreiber verlangen eine Sterbeurkunde. Bei Facebook zum Beispiel können Hinterbliebene verlangen, dass das Nutzerkonto eines Verstorbenen entfernt wird oder das Profil in einen "Gedenkzustand" versetzen. Berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn schalten das Profil unsichtbar, sobald sie vom Tod eines Mitglieds erfahren. Google bietet den "Inactive Account Manager" an, mit dem ein Nutzer zu Lebzeiten einstellen kann, was nach seinem Tod mit dem Account passieren soll.

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit der Aris Umfrageforschung durchgeführt hat. Befragt wurden 1016 Personen ab 14 Jahren, darunter 812 Internetnutzer. (jd)