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iX Magazin

Nextcloud: Dokumentenbearbeitung mit Collabora Online Office

Durch die Zusammenarbeit zwischen Collabora und Nextcloud steht Nutzern des Filesharing-Tools ein Online-Office zur Verfügung, das sich eng in die Umgebung einbindet. Es läuft als Docker-Container, wodurch sich Updates leicht einspielen lassen sollen.

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Online-Office Collabora in Nextcloud

Eine Kombination aus Server und Plug-in erlaubt Nutzern, Office-Dokumente online in Nextcloud-Installationen zu bearbeiten. Dafür sorgt Collabora Online, die Cloud-Variante von LibreOffice, das im Juni in Version 1.0 erschienen ist.

Die Idee, Dateisynchronisation und Office zu kombinieren, entstand, als sich Michael Meeks, Geschäftsführer von Collabora Productivity, und Frank Karlitschek, damals noch technischer Geschäftsführer von ownCloud, 2015 auf einer Konferenz begegneten. Bei ownCloud begann die Implementierung der Online-Dokumentenbearbeitung Ende 2015 für die kostenpflichtige Enterprise-Version. Im Juni 2016 gab das Unternehmen die Verfügbarkeit bekannt. Dafür liefert es den Collabora-Online-Server als Virtual-Machine-Image aus.

Die App zum Verbinden mit der Collabora-Instanz ist auch in der Community-Version von ownCloud verfügbar. Theoretisch kann jeder Nutzer aus der Collabora Online Development Edition Binärpakete für den Server erstellen und zusammen mit seiner ownCloud-Edition einsetzen. Dieser Vorgang ist jedoch kaum dokumentiert. Für Nextcloud haben die Entwickler den Integrations-Client neu geschrieben und die Binärpakete des Servers als Docker-Image für die Community-Version veröffentlicht.

Collabora Online basiert auf LibreOffice und bildet dessen Funktionsumfang voll ab. Dokumente lassen sich jetzt innerhalb der Nextcloud-Oberfläche (siehe Video) öffnen. "Shared Editing" erlaubt das gemeinsame Arbeiten an einer Datei, wobei immer nur ein Nutzer Bearbeitungen vornehmen kann, während die anderen in einen passiven Modus geschaltet werden. Zum Kommunizieren im Team während des Arbeitens (innerhalb Nextcloud) stehen sowohl ein Chat (XMPP in der Sidebar) als auch Spreed.ME für Videoübertragung zu Verfügung.

Um das Online-Office unter Nextcloud nutzen zu können, muss auf dem Server Docker installiert und lauffähig sein. Laut Michael Meeks will Collabora damit den Administratoren Arbeit ersparen und die Server weniger als mit VMs belasten. Docker-Images lassen sich zudem leichter aktualisieren, gibt Frank Karlitschek im Gespräch mit iX als weiteren Grund für den Umstieg an.

Um Collabora nutzen zu können, müssen gültige SSL-Zertifikate installiert sowie Anpassungen an der Apache-Konfiguration vorgenommen werden. Die Installationsanleitung empfiehlt eine separate Subdomain für die Office-Instanz. Nach dem Einrichten von Webserver und Docker-Container fehlt noch das Plug-in für Nextcloud, das sich über die Oberfläche zur App-Verwaltung installieren lässt. Es ist dort gelistet als "Collabora Online app" in der Kategorie "Productivity". (jab)