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Nutanix .NEXT: Von hyperkonvergenten Systemen zur Cloud

Jens-Henrik Söldner, Torsten Volk

Sunil Potti stellt Nutanix' neuen Dienst Xi vor.

(Bild: Jens-Henrik Söldner)

Auf seiner .NEXT-Konferenz zeigte Nutanix, welchen Weg das Unternehmen in den nächsten Jahren einschlagen will. So hat sich der Anbieter vor allem die Vereinfachung der Cloud-Administration auf die Fahnen geschrieben.

Auf seiner dritten Kundenmesse .NEXT vom 28. bis 30. Juni in Washington D.C. [1] hat Nutanix seine Strategie für die nächsten Jahre konkretisiert und eine Partnerschaft mit Google angekündigt. Während sich das Unternehmen in den letzten Jahren zunächst auf hyperkonvergente Systeme konzentrierte und sich dank der Entwicklung eines eigenen Hypervisors auf KVM-Basis zunehmend von VMware emanzipierte, zielt der Anbieter nun auf die Vereinfachung und Vereinheitlichung des hybriden Cloud Computing ab.

Das Ziel will Nutanix durch eine vereinfachte Administration und Nutzung erreichen, die die IT-Infrastruktur letztlich unsichtbar machen soll – angelehnt an Amazons AWS. Grundlage sei, dass Nutzer ihre Dienste typischerweise im eigenen Rechenzentrum sowie parallel in oftmals bei mehreren Cloud-Anbietern betreiben würden.

Nutanix Eckpfeiler einer vereinfachten Cloud-Administration

Zum einen will Nutanix seine Cloud-Management-Software, die bislang ausschließlich im Bundle mit bestimmter Hardware erhältlich war, als eine eigenständige Suite unter dem Namen Enterprise Cloud OS veröffentlichen. Sie soll viele Herstellern unterstützen, erstmals auch Server von HPE. Nicht alle auserkorenen Partner könnten darüber erfreut sein – HPE hatte erst vor kurzem den Nutanix-Konkurrenten Simplivity übernommen. IBM zeigte sich offener und will künftig gemeinsam mit Nutanix die Virtualisierung seiner Power-Plattform als Alternative zur x86-Virtualisierung offerieren. Ferner lässt sich Nutanix künftig auf einzelnen Servern und Clustern mit wenigstens zwei statt bislang drei Knoten betreiben.

Zweiter Baustein ist Nutanix' Calm, das auf der im August 2016 getätigten Übernahme des Start-up-Unternehmens calm.io basiert. Ähnlich zu anderen Cloud-Management-Systemen soll der Dienst Applikationen über Blaupausen definieren, um sie anschließend in der passenden Cloud-Umgebung bereitstellen oder einfach zwischen Cloud-Anbietern migrieren zu können. Die Software unterstützt klassische Rechenzentren mit VMwares ESXi, Microsofts Hyper-V oder Nutanix hauseigenem Hypervisor AHV, sowie Public-Cloud-Anbieter wie Amazons AWS, Microsofts Azure oder die Google Cloud Platform (GCP). Google soll als bevorzugter Partner Nutanix' AHV direkt anbieten.

Im Notfall in die Public Cloud umziehen

Neu ist auch Xi, was "Nutanix (made) invisible" bedeuten soll. Mit Xi sollen Nutzer ihr Rechenzentrum in die Public Cloud hinein erweitern können. Voraussichtlich Ende des Jahres will der Anbieter als ersten Dienst eine Disaster Recovery auf den Markt bringen, die im Notfall Nutanix-Umgebungen in die Public Cloud verschiebt. Ebenfalls vorgestellt hat Nutanix Xtract, das die Migration von VMs aus VMwares vSphere und auf Applikationsebene Microsofts SQL-Server-Datenbanken zu AHV vereinfachen soll.

Die europäische Auflage der .NEXT-Konferenz findet vom 7. bis 9. November in Nizza statt. Für die nächste Hauptkonferenz müssen Interessierte vom 8. bis 10. Mai 2018 nach New Orleans fliegen. (fo [2])


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  [1] https://www.nutanix.com/next/
  [2] mailto:fo@heise.de