Menü

OpenBSD 6.6 mit automatischen System-Updates

OpenBSD 6.6 ist da: Neben einer langen Liste von Verbesserungen bietet das Open-Source-Betriebssystem nun eine automatische Upgrade-Funktion.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 23 Beiträge
Von

OpenBSD 6.6 ist mit einer längeren Liste an Neuerungen als üblich erschienen. Die aus Anwendersicht vielleicht wichtigste Änderung betrifft den Update-Prozess des Betriebssystems. Bislang musste der Nutzer für ein Upgrade (beispielsweise von 6.4 auf 6.5) einige Änderungen am System vornehmen, den neuen Kernel herunterladen und von Hand oder über ein Installationsmedium starten. Über (U)pgrade wurde das Basissystem auf den neuen Stand gebracht, anschließend aktualisiert ein pkg_add -u alle extra installierten Pakete.

Beim Vorgänger OpenBSD 6.5 installiert der zwölfte Systempatch syspatch(8) das neue sysupgrade(8). Dieser Befehl aktualisiert das System auf das nächste Release oder den neuesten Snapshot. Daraufhin lädt er alle benötigten Pakete herunter und startet das System automatisch im Upgrade-Modus neu. Ein erneuter automatischer Neustart nach dem Upgrade bootet in das neue System.

Für virtuelle Installationen stellt OpenBSD 6.6 PCI-Geräte nach dem VirtIO-1.0-Standard bereit. Auf physischen Maschinen lässt sich nun mehr als 1 TByte RAM einsetzen. Der Umstieg von GCC auf Clang wurde auch bei den Plattformen octeon, powerpc, armv7 und i386 vollzogen. Da die Builds auf Theo de Raadts SGI-Hardware wegen Controller-Problemen nicht stabil laufen, erfolgte ein Umstieg auf die oceteon-Plattform als Basis für den MIPS64-Port.

Für AMD Radeon GPUs gibt es einen Xorg-Treiber, der neben 3D-Funktionen auch Unterstützung für 8/15/16/24 und 30 Bit Pixeltiefe bietet und RandR 1.4 entspricht. Nach einem lästigen Sicherheitsproblem mit dem Start von X laufen startx(1) und xinit(1) in OpenBSD 6.6 wieder stabil und sicher. Außerdem kann das System nun den bislang widerspenstigen Temperatursensor von AMDs Zen-CPUs auslesen, die in Hardware gegossenen Krypto-Funktionen moderner AMD-CPUs werden ebenfalls unterstützt.

Allgemein wurden weitere Systemcalls SMP-fest gemacht, die Sicherheitsfunktion unveil(2) schützt nun 77 Programme aus dem Basissystem. Gerade im Bereich der Unterstützung für ARM-CPUs gab es viele kleine Verbesserungen. Die OpenBSD-Projekte OpenSMTPD 6.6.0, LibreSSL 3.0.2 und OpenSSH 8.1 sind im Release enthalten.

OpenBSD 6.6 steht ab sofort für viele Hardware-Architekturen auf den Spiegeln des Projektes zum Download bereit. (Michael Plura) / (fo)