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OpenPOWER: Server für Big Data und HPC von IBM

IBM erweitert sein OpenPOWER-Portfolio um drei Server. Neben CAPI besitzen die Prozessoren der neuen Systeme NVidias NVLink als Schnittstelle zu Beschleunigerkarten - in diesem Fall zu Pascal-GPUs.

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OpenPOWER: Server für Big Data und HPC von IBM

(Bild: IBM)

IBM stellt drei neue OpenPOWER-Systeme vor: das S812LC und das S822LC - letzteres in den Varianten Big Data und High Performance Computing. Die große Neuerung ist die Integration von NVidias NVLink in IBMs Power8-Prozessoren. Darüber soll NVidias Tesla P100 Pascal-GPU die Haupt-CPU mit Rechenleistung unterstützen.

Beim NVLink handelt es sich um eine Schnittstelle, die NVidia entwickelt hat, um die Kommunikation zwischen GPUs zu beschleunigen. Im Rahmen der OpenPOWER-Initiative hatte IBM das Interface direkt in die CPU integrieren können. Für die neuen Server existieren Pascal-GPUs ohne PCIe-Anschluss, stattdessen bringt das Mainboard NVLink-Sockel. Laut IBM fallen dadurch Latenzen weg und die Bandbreite im Vergleich zu PCIe soll auf das 2,5-fache wachsen.

Durch die enge Bindung können CPU und GPU Speicher teilen, jedoch bisher nur logisch. Cache-Kohärenz ist erst für die nächste Generation geplant. Daten, die direkt für die momentane Berechnung der GPU vorliegen müssen, legt sie in ihrem eigenen Speicher ab. Die dafür nötige Optimierung sollen IBM zufolge künftig die Compiler erledigen. Gegenüber PCIe-GPUs könne das einen Performance-Zuwachs von 30 Prozent ergeben.

Blick unter die Haube eine S822LC - zwei CPUs, vier GPUs

(Bild: IBM)

NVLink bewegt sich damit auf einer ähnlichen Ebene wie IBMs Coherent Accelerator Processor Interface (CAPI), das dazu dient, Beschleunigerkarten eng mit der CPU zu koppeln. Das ist in den neuen Servern ebenfalls vorhanden und lässt sich mit entsprechenden Erweiterungen verwenden, bietet jedoch nicht genug Bandbreite für die GPUs.

Alle drei Systeme besitzen zwei CPU-Sockel. Das S821LC kommt im 1HE-Formfaktor und muss deswegen auf GPUs verzichten. In den 2HE-Systemen der S822LC-Reihe finden maximal vier GPUs Platz. Die Variante für Big Data hat zudem noch zwölf Buchten für Storage. Das L im Systemnamen deutet bereits an, dass die Server unter Linux laufen, nicht unter IBMs AIX oder System i. Wahlweise lässt sich das auch als Indikator für die Byte-Reihenfolge, Little Endian, deuten. Zur Auswahl stehen drei Distributionen: Red Hat, Suse und Ubuntu. Das S822LC for HPC kommt voraussichtlich am 26.9. auf den Markt, die zwei anderen sind ab sofort erhältlich. Die Preise für die Systeme beginnen bei 6000 US-Dollar. (jab)