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OpenStack Summit Berlin: Über Züge und Offenheit

Der Weg von der Infrastruktur, über Container und Edge Computing hin zu neuen Anwendungsfeldern wie KI und maschinellem Lernen rückt in den Fokus.

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OpenStack Summit Berlin: Über Züge und Offenheit

Tag zwei des OpenStack Summit in Berlin war zwar etwas weniger spektakulär als der erste, dennoch gab es wieder wichtige Informationen. Der erste in Openinfrastructure umbenannte Summit wird traditionell auf dem nordamerikanischen Kontinent stattfinden: vom 29. April bis 1. Mai 2019 in Denver/Colorado. Im Herbst wechselt der Ort zwischen Europa und Asien/Ozeanien. Nach Berlin ist im vierten Quartal 2019 China das Ziel. Ein genaues Datum steht noch nicht fest, dafür aber der Name der dann aktuellen OpenStack-Version. Bekanntlich folgen die Namen mit dem ersten Buchstaben dem Alphabet – inzwischen ist die Liste bei "T" angelangt. Laut Mark Collier, COO der Foundation, fiel die Wahl auf "Train". Irgendwie ist der Name richtungweisend: Wohin geht die Reise bei OpenStack beziehungsweise der Foundation?

Es gibt aber auch wichtige Sachen, die gleich bleiben. OpenStack versteht sich weiterhin als Integrationsmaschine mit folgenden vier Strategien:

  • Identifikation von gemeinsamen Anwendungsfällen
  • Kollaboration mit anderen Open-Source-Communities
  • Aufbau der notwendigen neuen Technologien und
  • Ausführliches Testen von Anfang bis Ende

Die vier strategischen Säulen für die Arbeit der OpenStack Foundation

(Bild: OpenStack Foundation)

Offenheit war und ist eine wichtiger Bestandteil des Projektes. Collier erinnerte die Teilnehmer daran, dass es hier vier Dimensionen gibt: Quelltext, Design, Entwicklung und Community. Diese sind integraler Bestandteil der technischen Aufsicht von OpenStack und entsprechend gut dokumentiert. Ab sofort sind diese vier Prinzipien auch in "Buchform" erhältlich und die Foundation wünscht sich rege Mitarbeit und Erfahrungsberichte aus der Praxis durch die Community.

Das Spektrum der Anwendungsfälle für das Projekt hat sich in den vorigen Jahren stark erweitert. Am Anfang war die Infrastruktur, später kamen Container und erst kürzlich das Edge Computing dazu. Ein neues Anwendungsfeld sind nun Künstliche Intelligenz und Maschinen-Lernen. Damit ergibt sich fast zwangsläufig die Unterstützung von alternativer "Rechner-Hardware". Die Unterstützung von GPUs (Graphical Processing Units) hat mittlerweile einen Reifegrad erreicht, der für eine Demonstration auf der großen Bühne des Summit taugt. Gemäß den eigenen Ansprüchen auf Offenheit finden sich die nötigen Infos zum Nachbauen auf Github.

Für manche Experten sind übrigens FPGAs (Field Programmable Gate Array) und weniger GPUs die bessere Hardware für Künstliche Intelligenz und Maschinen-Lernen. Kein Problem, denn auch hier haben die Entwickler einen signifikanten Teil ihrer Hausaufgaben gemacht. Die Unterstützung dieser auch als Beschleuniger bezeichneten Chips ist ein Highlight der aktuellen OpenStack-Version Rocky. Das entsprechende Projekt heißt übrigens Cyborg, auch bekannt unter dem alten Namen Nomad. (Udo Seidel) / (avr)