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Oracle OpenWorld: Ellisons Cloud-Keynote mit "as a Service", aber ohne Larry

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Mit Spannung erwarteten mehrere tausend Teilnehmer der Oracle OpenWorld in San Francisco die Cloud-Keynote von und mit Larry Ellison. Mit Larry Ellison? Dass ein Großteil der Teilnehmer vor allem wegen des charismatischen Oracle-Chefs und weniger wegen zu erwartender Ankündigungen gekommen war, wurde spätestens klar, als dieser sich entschuldigen und durch seinen Kollegen Thomas Kurian – als Executive Vice President of Product Development nicht gerade ein unbekannter Vertreter Oracles – vertreten ließ. Der Saal leerte sich innerhalb weniger Minuten deutlich. Grund für Ellisons Abwesenheit war das 18. Rennen des Amerca's Cup: Ellisons Team USA hatte gewonnen und nach einem Rückstand von 1:8 den Ausgleich vor dem entscheidenden letzten Rennen erkämpft.

Kurian wiederum hatte einige Ankündigungen im Gepäck, die eine logische Weiterentwicklung von Oracles derzeitigen Cloud-Aktivitäten sind. Ab sofort bietet Oracle Database as a Service, Java as a Service und Infrastructure as a Service als Preview an und liefert damit ein nahezu frei konfigurierbares Rund-um-sorglos-Paket für eventuelle Cloud-Kunden. Unter Preview ist in diesem Kontext laut Kurian zu verstehen, dass jeweils 20 bis 100 Pilotkunden die Cloud-Dienste aktiv nutzen. Ganz nebenbei tritt Oracle mit diesem Angebot in den direkten Wettbewerb mit Amazon Web Services und Salesforce.com.

Mit Database as a Service können Kunden eine oder mehrere dedizierte Datenbankinstanzen von Oracle 11g oder 12c – "standalone" oder als hochverfügbaren Cluster – in der Cloud, auf Basis eines monatlichen Abonnements, anmieten. In der einfachsten Variante (Basic) handelt es sich dabei um ein vorkonfiguriertes VM Image das auf einem IaaS Compute & Storage Service läuft – ohne weitere Extras. Das Management der Datenbankinstanz(en) übernimmt der Kunde via Oracle Enterprise Manager Database Express (EM Express) in diesem Falle selbst.

Interessanter ist die zweite Variante (Managed). Neben der Tatsache, dass Oracle die Verwaltung der Datenbank übernimmt, werden vierteljährliche Patches und Upgrades via SLA garantiert. Ebenfalls zum Paket gehören automatische Backups und Point-in-Time Recoveries sowie eine flexible Anpassung des IaaS Compute & Storage Services, was gerade Kunden mit Lastspitzen, zum Beispiel Online-Shops zum Weihnachtsgeschäft, Vorteile bringen dürfte.

Noch einen Schritt weiter geht das Premium-Paket (Maximum Availability). Neben den genannten Features der Managed-Variante bietet es einen echten Application Cluster sowie eine Sicherstellung der Hochverfügbarkeit. Auch die Upgrade-Strategie ist nicht auf einen vierteljährlichen Rhythmus beschränkt und somit deutlich flexibler. Unabhängig von der gewählten Variante erhält der Kunde Root-Zugriff auf die Datenbankinstanz(en) und kann somit die Adminstration der Datenbank eigenständig übernehmen.

Mit Java as a Service geht Oracle noch einen Schritt weiter und bietet das Pendant zu dem eben vorgestellten Datenbank-Service als Application Sever an. Der Kunde kann zwischen einzelnen WebLogic-Instanzen oder hochverfügbarem/n Cluster(n) wählen (WebLogic Suite 11g oder 12c). Auch für diesen Service unterscheiden man in drei aufeinander aufbauenden Varianten (Basic, Managed und Maximum Availability). Die jeweiligen Merkmale sind nahezu identisch mit denen des Datenbank-Services. In der teuersten Variante ist zusätzlich neben einem automatischen Desaster-Recovery & Failover eine zusätzliche Staging-Umgebung enthalten. Für viele Unternehmen sicherlich ein sinnvolles Feature.

Auch für den Java as a Service gilt, dass der Kunde vollen Zugriff auf das System erhält. So lassen sich zum Beispiel URL Endpoints oder aber zu verwendende Ressourcen, wie Datenbanken oder JMS Queues (Java Message Services), frei definieren.

Abgerundet wird das neue Cloud-Service-Angebot von Oracle zukünftig durch Infrastructure as a Service (IaaS). Ziel dieser Dienste ist es, beliebige Workloads flexibel in die Cloud auslagern zu können. Neben den Storage- und Compute Services, die unter anderem auch der Datenbank- und der Application-Server-Service nutzen, stehen noch ein Identity-Service für Single Sign-on, ein Cache-Service für In-Memory Caches, ein Messaging-Services für leichtgewichtige Queues und ein Sync-Service für Daten- und Dokumentensynchronisation zur Verfügung. Neben einer Reihe servicespezifischer Eigenschaften haben die Services ein flexibles Nutzungskonzept und eine REST API gemein.

Passend zu den neuen Cloud-Services stellt Oracle ab sofort auch einen Cloud Marketplace zur Verfügung, in denen Partner ihre Anwendungen anbieten und potenzielle Kunden nach passenden Angeboten suchen können, die Oracles SaaS-Anwendungen ergänzen. (Lars Röwekamp) / (ane)