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iX Magazin

Oracle erhöht Preise für MySQL [Update]

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In Zukunft bietet Oracle drei MySQL-Abonnements à 2000, 5000 und 10.000 US-Dollar pro Jahr an. Die bisherige "Basis"-Variante für 600 US-Dollar entfällt, wodurch sich für manche Kunden der Preis verdreifacht. Mit diesen Angeboten sind keine Support-Level verbunden, sondern unterschiedliche Softwareausstattungen. So gibt es in der kostenfreien "Classic"-Edition nur eine eingebettete Datenbank mit MyISAM-Backend, das keine Transaktionen bietet. Das transaktionsfähige InnoDB ist in der Standard-, Enterprise- und Carrier-Grade-Edition verfügbar, die Cluster-Engine NDB nur in letzterer.

Ähnlich sieht es mit den Administrationswerkzeugen aus: Enterprise-Monitor und -Backup sind in der Classic- und Standardvariante nicht verfügbar. Die genannten Preise gelten für eine Maschine mit maximal 4 CPU-Sockeln. Kunden mit fünf und mehr Sockeln müssen sich laut MySQL-Webseite direkt an Oracle wenden. Einem Oracle-Dokument (PDF) zufolge kosten die Lizenzen für solche Maschinen doppelt so viel. Oracle-Deutschland wollte die Preis- und Produktpolitik nicht erläutern.

Update: Die "Classic Edition" ist inzwischen aus der Tabelle auf der MySQL-Produktseite entfernt worden. Die kostenfreie "Community Edition" von MySQL, die neben MyISAM und InnoDB weitere Storage-Engines enthält, ist weiterhin erhältlich. Wartungsverträge dafür bietet Oracle nicht an.

Die von ehemaligen MySQL-Mitarbeitern gegründete Firma SkySQL nutzte die Gelegenheit, um Oracle-Kunden per offenem Brief abzuwerben. Sie bietet ähnlich wie bislang Sun die Support-Level Basic, Silver, Platinum und Unlimited an, die sich in Unterstützungsleistungen und Software unterscheiden. Preise nennt das Unternehmen noch nicht, auf Nachfrage hieß es jedoch, sie würden "30 bis 40 Prozent unter denen von Oracle" liegen.

Christian Trieb, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Oracle-Anwendergruppe, sagte heise online dazu: "Die DOAG empfiehlt den Anwendern, sowohl die Preise als auch die Leistungen aller angebotenen Pakete zu vergleichen. Angesichts der Situation auf dem Markt gibt es derzeit sicherlich Spielraum für Verhandlungen."

(ck)