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Oracles Lizenzierung von virtuellen Servern enttäuscht Anwender

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In einer Umfrage der DOAG (Deutsche Oracle-Anwendergruppe e.V.) zeigten sich fast 90 Prozent der Teilnehmer unzufrieden mit Oracles Lizenzierungsmodell zur Virtualisierung. Nach längeren und intensiven Diskussionen sowohl mit der deutschen Niederlassung als auch mit dem Hauptquartier von Oracle in Redwood Shores erhielt die DOAG von Oracle-Vorstandsmitglied Jeb Dasteel die Auskunft, dass das Unternehmen keine Änderungen der Lizenzierungsregeln beim Einsatz von x86-Virtualisierungslösungen in Erwägung ziehe.

Der Datenbankhersteller unterscheidet bei seinem Lizenzmodell zwischen Hard- und Softwarepartitionierung. Beim Hardware Partitioning richten sich die Lizenzgebühren nach den fest zugewiesenen Prozessoren. Dies gilt unter anderem für Solaris Container, IBMs Logical Partitions (LPARs), Fujitsus Physical Partitions (PPAR) und Oracles VM bei entsprechender Installation.

Andere Virtualisierer, bei denen die Zuteilung der Prozessoren über Ressourcen-Manager erfolgt, bewertet Oracle als Softwarepartitionierung. In den Fällen müssen die Lizenznehmer für sämtliche Prozessoren im Server oder im Cluster zahlen. Hierzu zählen vor allem die Virtualisierer für x86/x64-Plattformen von VMware, Citrix (Xen) und Microsofts HyperV. Angesicht der heutigen Entwicklung, bei der die Zahl der Prozessoren in Servern und Clustern steigt, wachsen die Lizenzgebühren sprunghaft, sodass selbst kleine Oracle-Instanzen mit wenigen x86-CPUs erheblich Kosten verursachen.

"Die DOAG sieht auch die Gefahr, dass aufgrund der aktuellen Lizenzierungsregelungen bezüglich der x86-Virtualisierung Kunden aktuelle und zukünftige Entscheidungen zugunsten anderer Hersteller fällen", so Michael Paege, DOAG-Vorstand und Leiter des Competence-Centers Lizenzfragen. "Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer an unserer Umfrage ziehen diese Option in Erwägung." (rh)