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QEMU 3.1.0: Viel für ARM-CPUs und ein Adventskalender

QEMU-Nutzer können sich mit der neuen Version 3.1.0 auf viele Änderungen für ARM-Prozessoren und einen Adventskalender freuen.

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QEMU 3.10: Viel für ARM-CPUs und ein Adventskalender

Nach 2016 gibt es dieses Jahr wieder einen QEMU-Kalender mit lustigen, interessanten und merkwürdigen QEMU-Gästen.

(Bild: Michael Plura)

Mit der neuen Version 3.1.0 aktualisiert das Quick-Emulator-Projekt (QEMU) seinen freien Emulator und Virtualisierer. Neben vielen kleinen Verbesserungen und neuen Emulationen gibt es dieses Jahr wieder einen virtuellen Adventskalender mit fertigen QEMU-Maschinen.

Die meisten Neuigkeiten gibt es für die ARM-Architektur. Neu hinzugekommen sind die ARM-CPUs Cortex-M0 (ARMv6M) und Cortex-A72 (ARMv8A). Die Raspberry Pi-Emulation erhält einen virtuellen Framebuffer. Zusätzlich lassen sich weitere Xilinx- und FreeScale-Boards sowie das BBC micro:bit emulieren.

Auf x86-Maschinen läuft der Tiny Code Generator (TCG) nun multithreaded. Der TCG übersetzt Code-Fragmente ("basic blocks") einer beliebigen emulierten Architektur in nativen Code für das Host-System.

QEMU 3.1.0 führt erstmals Intels kommende Ice-Lake-Prozessorgeneration (Server und Client) auf. Außerdem unterstützt das Projekt nun den nanoMIPS I7200, ein 32-Bit-SoC. Es stellt eine Kehrtwende dar, weil es nicht mehr ganz dem RISC-Prinzip folgt. Der Chip konkurriert direkt mit dem ARM-R8 und zielt in erster Linie auf den Markt der LTE- und 5G-Modems ab.

Die PowerPC-Emulation ersetzt die PReP-Referenz-Implementation von 1994 durch eine Emulation von IBMs RISC System/6000 Model 40p, wobei QEMU auch Open Hackware durch OpenBIOS ersetzt. Bei RISC-V umfasst die s390-Emulation den s390-Crypto-Chip per vfio-ap. Die SPARC/sun4u-Plattform kann nun von virtio-blk-pci-Geräten starten.

Auf dem QEMU-Host kann der Nutzer die Darstellung des Zielsystems im Fenster frei skalieren, sofern er es im Terminal mit der Option -display gtk,zoom-to-fit=[on|off] startet. Nicht beheben konnten die Entwickler Probleme des QEMU-GUI auf macOS 10.14 Mojave und mit der SMMUv3-ACPI-Integration.

Besonders schön: Nach 2016 gibt es dieses Jahr auf der Projektseite wieder einen Adventskalender. Jeden Tag versteckt sich dort unter einem virtuellen Türchen ein interessantes QEMU-Image zum Herunterladen, das aus der Community stammt – zum Beispiel ein 512-Byte-Spiel für den Bootsektor, PC-MOS/386 (Multitasking-DOS) oder ein 25 Jahre altes Debian GNU/Linux 0.93r6.

Vor dem Update empfiehlt sich ein Blick in das ChangeLog/3.1, das neben allen Neuigkeiten auch inkompatible Änderungen zur Vorversion aufführt. (Michael Plura) / (fo)