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Raspbian aktualisiert: Neue Werkzeuge für Programmierer

Mit dem neuen Upgrade fügt das Pi-Projekt seinem Raspbian zwei neue Programme für Entwickler hinzu. Erstmals mit an Bord sind Scratch 2.0 und die Python-IDE Thonny. Wichtige Änderungen gibt es außerdem für x86-Nutzer.

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Raspbian aktualisiert: Neue Werkzeuge für Programmierer

Um Scratch 2.0 auf den Pi zu bringen, haben die Raspbian-Entwickler und das MIT Media Lab die Software speziell angepasst.

(Bild: Raspberry Pi Foundation)

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Eine neue Version der Linux-Distribution Raspbian steht zum Herunterladen zur Verfügung. Sie aktualisiert einige Werkzeuge, insbesondere für Entwickler und solche, die gerne das Programmieren erlernen möchten. Zentrale Neuerung ist Version 2.0 der Anwendung Scratch. Mit ihr können Interessierte erste Grundlagen des Schreibens von Programmen anhand grafischer Elemente nachvollziehen.

Scratch 2.0 hatte das verantwortliche MIT Media Lab bereits Anfang Mai 2013 freigegeben, nun löst es auf dem Raspberry Pi Version 1.4 ab. Grund für den späten Umstieg ist laut Simon Long, verantwortlich für das Nutzererlebnis beim Pi-Projekt, dass Scratch nun in Flash und nicht mehr Squeak geschrieben ist. In Zusammenarbeit mit Adobe habe man Raspbian nun die Pepper-Flash-Erweiterung für den Browser Chromium hinzugefügt. Pepper Flash liegt Raspbian standardmäßig bei, läuft aber nicht auf dem originalen Pi oder dem Pi Zero.

Außerdem setzt Scratch im Gegensatz zur regulären Version auf dem Pi keine konstante Internetverbindung voraus. Erweiterungen für Scratch, die ebenfalls in Flash vorliegen, lädt das System herunter und stellt sie dank der freien Software Electron als lokale Anwendung im Browser zur Verfügung. Eine weitere Neuerung für Scratch ist, dass Nutzer nun die GPIO-Pins mithilfe einer zusätzlichen Erweiterung direkt verwenden können.

Ferner hat sich das Raspbian-Projekt für eine neue Python-Entwicklungsumgebung entschieden. Die IDE namens Thonny löst IDLE ab und soll vor allem nutzerfreundlicher sein aber dennoch genug Optionen für erfahrenere Programmierer bieten. Die Oberfläche haben die Entwickler eigens für den GTK-Desktop der Pi-Distribution angepasst.

Eine wichtige Neuerung betrifft x86-Nutzer. Für letztere Rechner hatte das Projekt bereits eine eigene Version veröffentlicht, aufgrund seiner Popularität sollen künftige Ausgaben der Linux-Distribution parallel für den Pi und x86-Systeme erscheinen. Entsprechend liegt erstmals ein Werkzeug zum Installieren auf der Festplatte oder einem USB-Massenspeicher bei. Hinzu kommen kleinere Änderungen für Raspbian wie Fehlerbehebungen und weitere Aktualisierungen für Pakete. Außerdem haben die Designer einige Icons angepasst.

Nutzer können Raspbian direkt aus der Kommandozeile heraus per apt-get update && apt-get dist-upgrade aktualisieren. In Ausblick stellen die Entwickler zudem den Sprung auf das gerade erschienene Debian Stretch. Während das neue Raspbian noch auf Jessie basiert, soll der Wechsel bereits diesen Sommer erfolgen. (fo)