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Rechenzentren: Nutzung hyperkonvergenter Infrastrukturen steigt

Eine vom Hyperkonvergenz-Anbieter Simplivity beauftragte Umfrage hat ergeben, dass 37 der Befragten solche integrierenden Infrastrukturen nutzen.

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Laut der Umfrage "2016 State of Hyperconverged Infrastructure Market", die ActualTech Media im Auftrag des Hyperkonvergenz-Anbieters Simplivity im März und April des laufenden Jahres zum zweiten Mal online durchführte, nutzen schon knapp die Hälfte der befragten europäischen Unternehmen hyperkonvergente Infrastrukturen. Die antwortenden insgesamt 1098 IT-Manager kamen zu 60 Prozent aus den USA, zu 26 Prozent aus Europa und dem mittleren Osten (EMEA), die restlichen aus Asien und der Pazifikregion. Die Unternehmensgröße verteilte sich etwa zur Hälfte auf Unternehmen über 1000 und solche zwischen 100 und 999 Mitarbeitern.

Mit dem Schlagwort "hyperkonvergent" bezeichnet man ein System beziehungsweise eine Infrastruktur, das/die in einem Rechenzentrum Speicher, Prozessoren, Vernetzung und Virtualisierung in sich vereinen. 37 Prozent aller Befragten nutzen solche hyperkonvergente Infrastrukturen bereits, bei denen aus EMEA liegt der Anteil sogar bei 46 Prozent, deutsche Befragte (85 Personen) verwenden zu 45 Prozent hyperkonvergentes Gerät.

Weitere 58 (alle Befragten), 56 (EMEA) und 55 (Deutschland) Prozent der noch nicht so ausgerüsteten Anwender wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Technologie einsteigen. Dabei ist der geplante Einsatz inzwischen relativ unabhängig von der Unternehmensgröße, zumindest in den befragten Größensegmenten. Mehr als zwei Jahre wollen nur noch 12 (alle) beziehungsweise 7 (EMEA) und 4 (Deutschland) Prozent der Befragten warten.

Das Interesse an Hyperkonvergenz ist meist motiviert durch erhoffte höhere Effizienz (23 Prozent aller Befragten, 26 Prozent in EMEA) und geringere Kosten (19 bzw. 26 Prozent). Firmen, die zum ersten Mal in solche Lösungen investieren wollen, schauen dabei vor allem auf Kosten (55 Prozent), Hochverfügbarkeit (44 Prozent) und Skalierbarkeit (43 Prozent).

Auch wer schon hyperkonvergente Systeme hat, prüft diese Posten. Doch scheint hier schon mehr Vertrauen in die Technik zu bestehen, denn hier geben nur noch 36 Prozent (Kosten/ROI), 30 Prozent (Hochverfügbarkeit) beziehungsweise 28 Prozent (Skalierbarkeit) an, diese Themen vorrangig vor einem geplanten Kauf zu bewerten. Mehr Aufmerksamkeit als Neueinsteiger widmen Unternehmen, die schon solche Systeme betreiben, den Themen Integration in die Public Cloud (Nutzer: 23 Prozent, Nutzung geplant: 18 Prozent) und dem Support (21 versus 17 Prozent).

Erwartungen und Ergebnis unterscheiden sich erheblich, je nachdem, ob Unternehmen schon hyperkonvergente Systeme nutzen oder nicht: So erwarten Unternehmen, die eine Nutzung planen, zu 45 Prozent Kostensenkungen, 37 Prozent der tatsächlichen Nutzer geben sie als wesentlichen Vorteil an. Noch größer ist die Diskrepanz bei Vorteilen hinsichtlich der betrieblichen Effizienz der IT (Nutzung geplant: 42 Prozent , Nutzer: 28 Prozent).

Das deutet darauf hin, dass diese Punkte beim Kauf hyperkonvergenter IT eher überschätzt werden. Unterschätzt werden dagegen von am Kauf Interessierten anscheinend die reduzierte Implementierungsdauer, die Agilität des VM-Provisioning, die Entlastung des Personals, das dann andere Aufgaben übernehmen kann, und die geringen Trainingsanforderungen.

Insgesamt traut man Hyperkonvergenzlösungen inzwischen auch den Betrieb von unternehmenswichtigen Applikationen zu. So gaben Nutzer der Technologie zu jeweils über 35 Prozent an, dort Geschäftsprozesse, Produktivanwendungen und BigData/Analytik laufen zu lassen. (Ariane Rüdiger) / (hb)