Menü
iX Magazin

Rechteckige Festplatten

vorlesen Drucken Kommentare lesen 222 Beiträge

Statt rotierender Scheiben will das britische Start-up DataSlide in seinen Festplatten rechteckige Medien einsetzen – genauer gesagt, eine Sandwich-Konstruktion aus einem doppelseitigen Medium und zwei Trägern mit jeweils mehreren Schreib- und Leseköpfen. Piezoelektrische Aktoren bewegen die Magnetscheibe parallel zu den Kopfträgern hin und her, sodass jeder Kopf einen kompletten Sektor lesen oder schreiben kann. Eine Diamant-Beschichtung dient als "Gleitmittel" zwischen den einzelnen Lagen.

Mit der Zahl der Köpfe steigt der erreichbare Datendurchsatz. Im Labor ließ das Unternehmen schon 64 Köpfe gleichzeitig arbeiten. Gelingt es, die Zahl noch zu steigern, sollen sich 160.000 I/O-Operationen pro Sekunde bei einem Durchsatz von 500 MByte/s erreichen lassen – mehr als bei gängigen Solid State Disks. Dabei nimmt das komplette Laufwerk angeblich nur 4 W Leistung auf – ein Drittel dessen, was eine Hochleistungsfestplatte verschlingt. Außerdem sollen die "Data Slides" stoßresistenter sein als Festplatten. Zur erreichbaren Kapazität machen die Entwickler leider keine Angaben, die Aufzeichnungsdichte dürfte jedoch im Rahmen dessen liegen, was man von modernen Festplatten mit Perpendicular Recording gewohnt ist.

Einen ähnlichen Ansatz mit einem Array aus Schreib- und Leseköpfen verfolgte IBM Anfang des Jahrzehnts mit seinem "Tausendfüßler" Millipede, der allerdings nicht magnetisch arbeitet – und bis heute nicht als Produkt erhältlich ist. (Michael Riepe) / (mr)