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Retro Computing: Basic-Interpreter für Apple-II-Programme

DiscoRunner ist ein Basic-Interpreter für die beiden Dialekte der Programmiersprache, die der Apple-II-Familie beilagen. Enthalten sind viele Spiele und Programme aus der Ära zum Ausprobieren.

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Ernst: Mit dem Apple II erschienen ab 1977 die ersten Heimrechner. Obwohl für den Computer viele Spiele erschienen, zielte Apple auch auf professionelle Nutzer ab.

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Die auf Lernsoftware spezialisierte Firma PixelWitches aus Bendigo, Australien, hat einen Basic-Interpreter namens DiscoRunner veröffentlicht. Das Besondere: Er ist auf Dialekte des Apple II spezialisiert. Konkret gehen die Entwicklerinnen April und Melody Ayres-Griffiths davon aus, dass die Software zu 99,5 Prozent mit Integer Basic und Applesoft Basic kompatibel sei.

Bei Integer Basic handelt es sich um einen Dialekt, der dem originalen Apple I auf Diskette und dem Apple II fest eingebaut im ROM beilag. Geschrieben hatte ihn der Designer beider Rechner, Steve Wozniak. Aufgrund des Erfolgs des zweiten Computers existieren Tausende Programme für Integer Basic.

Unterwegs: Auch Oregon Trail liegt DiscoRunner bei. Das Spiel gilt als Klassiker der Bildungssoftware, bei dem US-Schüler lernen sollten, welche Gefahren Siedlern auf ihrem Weg westwärts drohten.

Jedoch hatte der Dialekt damit zu kämpfen, dass alle Variablen 16-Bit-Integer waren. Entsprechend schwer taten sich Entwickler mit dem Schreiben von Mathematik- oder Finanzprogrammen. Daher entschied sich das Unternehmen dazu, dem Apple II Plus 1979 einen lizenzierten Interpreter von Microsoft beizulegen, der als Applesoft Basic bekannt wurde.

Gleichzeitig hatten Entwickler von Spielen jedoch mit dem neuen Basic ihre Schwierigkeiten: Zwar erfreuten unter anderem die Gleitkommazahlen professionelle Nutzer, doch für Software, die schnelle Reaktionen des Anwenders voraussetzt, war Applesoft Basic zu langsam. Entsprechend legte das Unternehmen die ältere Version weiterhin auf einer Floppy bei.

DiscoRunner simuliert für eine hohe Kompatibilität die ursprüngliche Hardware. Basic-Programme sind als simple Text-Dateien gespeichert, und ein 6502-Emulator ist für den Sound zuständig. Auch Eingaben per Maus und Gamepad unterstützt das System.

Dem Programm liegen viele Spiele und Bildungstitel bei, die Interessierte ausprobieren oder verändern können. Auch beim Entwerfen der Webseite und der Wahl des Titels beweisen die Entwicklerinnen Humor, so spielt DiscoRunner auf Lode Runner, eines der beliebteren Spiele des Apple II, an. Der Interpreter steht als Preview für Windows, Mac OS X und Linux zur Verfügung, in den kommenden Ausgaben sollen neue Funktionen wie ein Editor folgen. (fo)