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Reutax AG meldet Insolvenz an

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Überraschend oder absehbar? Die in Heidelberg ansässige Reutax AG sowie die zur Unternehmensgruppe zählende Reutax Temp GmbH und Lenroxx GmbH stellten zum Wochenbeginn beim Amtsgericht Heidelberg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Firmen tummeln sich in erster Linie auf dem Feld der Personaldienstleistung. Die AG vermittelt Mitarbeiter und Freelancer auf Projektbasis, die Temp GmbH stellt Zeitarbeiter und Lenroxx übernimmt für Dritte u.a. den Dienstleistungseinkauf.

Die Gründe, warum die Firma bzw. die Firmen den Gang vor das Insolvenzgericht antreten mussten, wurden offiziell noch nicht genannt. In einschlägigen Internet-Foren nähren Beiträge, die von ehemaligen Reutax-Mitarbeiter stammen sollen, die wohlbekannten Vorurteile gegenüber dem Gebaren der Managerkaste. Ob dort tatsächlich der Auslöser der finanziellen Schieflage zu suchen ist, lässt sich aktuell nicht überprüfen.

Die Reutax-Gruppe, die im vergangenen Jahr 165 Mio Euro Umsatz eingefahren haben soll, galt in der Branche zwar als (preis-)aggressiv, wurde in der Region aber ein wenig als Vorzeigeunternehmen gehandelt. Letzteres lag in der Person des Firmenchefs Soheyl Ghaemian begründet, der als Jugendlicher mit seinen Eltern aus dem Iran nach Heidelberg kam und 2002 sein Studium abbrach, um Reutax zu gründen. Ghaemian gab über seine Firmen auch gerne den großzügigen Sponsor kultureller Veranstaltungen (Heidelberger Schlossfestspiele, Heidelberger Frühling etc.). Selbst bei dem Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim war Reutax als Sponsor aktiv.

Für den akut abstiegsgefährdeten Club bedeutet die jetztige Insolvenzmeldung im Übrigen bereits das Aus des zweiten Geldgebers innerhalb weniger Tage. Erst vor rund einer Woche wurde der chinesische Solarkonzern Suntech, gleichfalls Hoffenheim-Sponsor, in die Insolvenz geschickt. (Achim Born) / (js)