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SAP mit unklarer Cloud-Strategie

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Mit der anstehenden Übernahme von SuccessFactors will SAP zu einer wahrnehmbaren Größe im Cloud-Geschäft aufsteigen. Von einer klaren Unternehmenspolitik in Sachen On-Demand-Software kann indes nicht die Rede sein. Eher ziehen über dem Softwarehaus weitere Wolken auf, denn SuccessFactors bringt eine neue Systemarchitektur mit. Zwar beschränkt sich die Personalmanagement-Suite des Übernahmekandidaten auf ihre Aufgabe. Trotzdem wirft sie die Frage nach einer einheitlichen Plattformstrategie auf.

Vor dem Kauf schien die Architekturwelt zumindest auf dem Papier noch einigermaßen geordnet. Allgemein galt: Für bedeutende Unternehmensanwendungen (Core) ist die Softwareplattform von Business ByDesign (SAPs Cloud-ERP) erste Wahl. Ergänzende überschaubare Aufgaben (Edge) sollen die Partner jedoch auf einer neuen Platform as a Service (PaaS) erstellen.

SAP NetWeaver Neo, so deren aktueller Arbeitstitel, stellt in einer Open-Source-Umgebung alle Komponenten bereit, um Java-Anwendungen zu entwickeln und in einer Cloud zu betreiben. Weiterhin kann man damit für traditionelle SAP-Anwendungen Cloud-Erweiterungen entwickeln. Neo bietet verschiedene Programmiermodelle, etwa Spring, Ruby on Rails und River. Letzteres ist eine hauseigene Drag&Drop-Werkzeugsuite, mit der auch "normale" Nutzer einfache Anwendungen erstellen können sollen.

Neo befindet sich im privaten Beta-Status. Für Anfang 2012 will man das Projekt kontrolliert freigeben. Mit Portal on Demand ist eine erste Anwendung auf dem Weg, die auf Neo basiert. Ob und inwieweit die Suite von SuccessFactors diesem Beispiel folgt, ist noch offen. Da sie in Java geschrieben ist, liegt eine Anpassung an die PaaS nahe. Allerdings nutzt SuccessFactors das Seam-Framework von JBoss als Trennschicht zwischen Anwendung und Darstellung, was gegen eine schnelle Portierung spricht. (Achim Born) / (jd)