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SAP setzt für neue Business Suite S/4HANA voll auf die In-Memory-Plattform HANA

Große Worte fand SAP-Chef Bill McDermott für die neue Ausgabe der Business Suite S/4 HANA. Ob er die Versprechen einhalten kann, muss sich jedoch erst erweisen. Denn viele Fragen bleiben offen.

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„SAP definiert das Konzept des Enterprise Resource Planning für das 21. Jahrhundert neu“. William „Bill“ McDermott sparte nicht an Superlativen. Der US-Amerikaner an der Spitze des Walldorfer Softwarehauses pries am Dienstag in New York die neue Business Suite 4 SAP HANA – kurz S/4HANA – als größte Neuvorstellung der vergangenen 23 Jahre, wenn nicht sogar der Unternehmensgeschichte. Das „S“ im Namen steht für Simple und die „4“ für vierte Generation. Wie bereits gemeldet, nutzt die neue Suite umfassend die technischen Möglichkeiten der In-Memory-Plattform HANA.

Nach Ausführungen von Produktvorstand Bernd Leukert hat man Datenmodell und Programmstruktur der aktuellen Business Suite verschlankt, was sich angeblich in einem deutlichen Performance-Schub sowie einem einfacheren Update-Handling auszahlt. Und S/4HANA soll sich mittels vordefinierter Konfigurationsprozesse schneller implementieren lassen. Zudem ermöglicht die HTML5-Oberfläche (Fiori) laut Anbieter eine einfachere Bedienung auf nahezu allen Gerätetypen und für fast alle Anwenderprofile. Zu guter Letzt können die Anwender die Suite in verschiedenen Betriebsmodellen – Cloud, hybrid und lokal (On Premise) – nutzen. Sie soll sich über vorgefertigte Integrationsbausteine mit dem Cloud-Portfolio der zugekauften Unternehmen wie Ariba, Fieldglass und SuccessFactors verbinden lassen.

Die vierte Generation der Busines Suite, nun unter dem Namen S/4HANA, läuft nativ auf der In-Memory-Datenbank.

(Bild: SAP )

Den Beweis, dass S/4HANA tatsächlich als großer Wurf gelten kann und „den Anfang vom Ende der IT-Architektur des 20. Jahrhunderts und der damit verbundenen Komplexität einläutet“ (McDermott), muss der Konzern indes noch antreten. Denn die Vorstellung brachte kaum einen Erkenntnisgewinn. Insbesondere mangelte es an konkreten Informationen zu Funktionsumfang und Verfügbarkeit. Es wirkte eher so, als ob SAP die bereits bekannten technischen Neuerungen unter einem neuen Namen bündelt. Zudem wirft die Suite Fragen bei den Bestandskunden auf, beispielsweise in Sachen Weiterentwicklung der heutigen Business Suite.

In ersten Stellungsnahmen verlangten Sprecher der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) nachdrücklich, dass bestehenden Produkte seitens SAP zumindest gleichberechtigt zu S/4HANA behandelt werden müssen. Kritisch sehen die Anwendervertreter zudem die kompromisslose Ausrichtung auf HANA. „Konkret fordern wir, dass SAP eine echte Wahlfreiheit für die Kunden im Bereich der Datenbanken beibehält“, so DSAG-Vorstand Gerhard Göttert. Alternativen zur HANA müssten ohne Funktions- und Leistungseinschränkungen möglich bleiben. (Achim Born) / (jd)