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SAPs IoT-Portfolio heißt jetzt Leonardo

In sein IoT-Angebot will SAP künftig viel Geld investieren. Viel Neues gibt es zwar noch nicht, aber ein einprägsamer Name wurde schon gefunden, um die Ambitionen zu unterstreichen.

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SAP

(Bild: dpa, Uwe Anspach)

Keinen Geringeren als das Universalgenie Leonardo da Vinci hat SAP zum Namenspatron seines neuen IoT-Portfolios auserkoren. Mit dem "Schnellstartprogramm für das Innovationsportfolio rund um die Lösungen für das Internet der Dinge (IoT)" will das Softwarehaus im schönsten Marketing-Sprech helfen, IoT-Anwendungsfälle schneller zu identifizieren und zu validieren. Hierzu bündelt man Beratung (etwa einen Design-Thinking-Workshop zur Ideenentwicklung für neue Geschäftsprozesse), Services und Software zu einem Paket und bietet es zur Einführung mit einem Festpreis an.

Immerhin 2 Milliarden Euro will SAP in den nächsten fünf Jahren in IoT-Applikationen investieren.

(Bild: SAP)

Das Leonardo-IoT-Produktportfolio unterteilt sich in die Schichten Bridge, Foundation und "for Edge Computing". Die Bridge-Ebene verknüpft Echtzeitinformationen von Geräten und Maschinen mit Geschäftsprozessen, um Anwendungen wie PdMS – Predictive Maintenance und Service (vorsorgliche Wartung) – oder Vehicle Insights (Dienste zur Verwaltung vernetzter Fahrzeuge, Fuhrparks, Fahrzeugdiagnose usw.) auf die Beine zu stellen. Umgesetzt wird das Ganze in der Foundation-Ebene, einer Art PaaS (Platform as a Service) für IoT. Sie umfasst zum einen eine Bibliothek wiederverwendbarer Anwendungsservices wie Track & Trace. Die technischen Dienste für Leonardo (Analyse, Machine Learning, Big-Data-Verarbeitung) stellt SAP über die hauseigene Cloud bereit. Den dritten Part, die Komponente for Edge Computing, übernimmt an den Rändern der IoT-Infrastrukturen Aufgaben wie Datenkonvertierung, Filterung und Live-Streaming-Analyse.

Wirkliche Neuerungen enthält das Innovation Portfolio allerdings nicht. Leonardo wirkt vielmehr wie eine mehr oder minder stringente Sortierung vorhandener und angekündigter Produkte unter einem gemeinsamen Logo. Die Business-Services-Bibliothek hieß beispielsweise zuvor IoT Application Services. Edge Computing enthält wiederum Teile der zugekauften Plat.one-Technik. Der Name schien wichtiger, denn schließlich will SAP in den nächsten fünf Jahren zwei Milliarden Euro in Anwendungen rund um das Internet of Things investieren. Dass es am Ende auf den Namen des Universalgenies hinauslief, überrascht wenig. In der Vergangenheit konnte man immer wieder auf entsprechende Hinweise stoßen – sei es in Interviews mit SAP-Bosses Bill McDermott oder Einladungen der Anwendervereinigung DSAG. (Achim Born) / (jd)