SAPs S4/HANA-Produktpolitik geht auf

Der Generationswechsel scheint zu gelingen: Erstmals investieren mehr SAP-Anwender in S/4HANA als in die traditionelle Business Suite.

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(Bild: josefkubes/Shutterstock.com)

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Seit Jahren rührt SAP für seine Unternehmenssoftware S/4HANA die Werbetrommel. Nun scheint es sich auszuzahlen, S/4HANA läuft der Business Suite den Rang ab. Laut Investitionsreport 2020 der DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe) wollen erstmals mehr Anwenderfirmen in der DACH-Region in S/4HANA investieren als in das traditionelle Angebot. Dass schon jedes zehnte Unternehmen die neue S-Klasse einsetzt, nimmt die DSAG gleichfalls als Indiz für den Generationswechsel. Die Quote der Interessenten, die 2020 umsteigen wollen, steigt auf 5 Prozent.

"Viele, die einen Umstieg planten, haben diesen nun offensichtlich umgesetzt oder sind gerade dabei", meint DSAG-Vorstandsvorsitzender Marco Lenck, von Hause aus Manager bei dem im Automotive-Segment tätigen Schwingungstechnikspezialisten Vibracoustic. Die S/4HANA-Einsatzquote dürfte in den kommenden drei Jahren weiter steigen. 40 Prozent hegen nach Recherchen des Anwendervereins konkrete Migrationsabsichten.

Nach einem zähen Start begeben sich die meisten Kunden mit auf den Modernisierungskurs. Neben der technischen Runderneuerung erzeugt die 2025 auslaufende Wartungszusage für die traditionelle SAP-Software wohl einen gewissen Handlungsdruck. Laut Lenck hat S/4HANA in der On-Premises-Version inzwischen beim Funktionsangebot mit dem Altsystem gleichgezogen. Für die Public-Cloud-Variante bestünde indes noch Nachholbedarf, weshalb die Nachfrage hier auf vergleichsweise niedrigem Niveau stagniere.

Überhaupt zeigen die Daten der aktuellen Umfrage im Vergleich zum Vorjahr hinsichtlich der Cloud-Angebote keine großartigen Veränderungen. Allein die Analytics Cloud befindet sich im Aufwind. War es 2019 noch ein Plus von 6 Prozentpunkten auf seinerzeit 9 Prozent, ist die Investitionsbereitschaft dieses Jahr hier noch einmal um 4 Prozent auf nun 13 Prozent gestiegen.

In die Personalmanagementservices von SuccessFactors wollen 14 Prozent der Befragten im "hohen und mittleren" Bereich investieren (2019: 16 Prozent). Die Vertriebs- und Marketingplattform C/4HANA haben 11 Prozent (2019: 12 Prozent) auf der Einkaufsliste. Mit den Umfrage- und Feedback-Diensten der Ende 2018 für beachtliche 8 Milliarden Dollar gekauften US-Firma Qualtrics fremdeln die deutschsprachigen SAP-Anwender dagegen noch: Gerade einmal ein Prozent fassten sie bei ihren Investitionsvorhaben ins Auge. (Achim Born) / (jd)