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Samba 4 als Release Candidate

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Die Samba-Entwickler geben Gas und haben angekündigt, dass der erste Release Candidate von Samba 4 fertiggestellt ist. Die seit langer Zeit in der Entwicklung befindliche Version 4 des freien Windows-Servers bringt einen zu Microsofts Active Directory kompatiblen Verzeichnisdienst mit. Weiterhin raten die Entwickler von produktivem Einsatz ab, hoffen aber interessierte Samba-Nutzer für den Test einzuspannen.

Die Neuerungen, die der RC1 nach acht Beta-Versionen einführt, sind nicht allzu grundsätzlicher Natur: Der Dateiserver-Teil, der auf dem bewährten Code von Samba 3 aufbaut, handelt jetzt auch den SMB3-Dialekt aus. Die Samba-Entwickler haben aber längst nicht alle der optionalen, aushandelbaren Features implementiert, etwa Leases, eine verbesserte Form von Oplocks; eine erste Implementierung von durable Handles liefern sie ab.

Bereits in der letzten Beta hat auch Samba 4 das Drucken gelernt. Trotzdem raten die Entwickler Nutzern, die einen reinen Member-Server brauchen, weiter auf Samba 3 zu setzen oder das aus dem gleichen Quelltextbaum gebaute smbd zu verwenden (das daraus entstehende Samba-4-Binary heißt samba). Ein Grund für die Warnung liegt auch darin, dass diverse Details noch fehlen, etwa die automatische Replikation der sysvol-Freigabe zwischen den Domain Controllern; das muss man vorerst von Hand per rsync-Job erledigen, damit zum Beispiel Gruppenrichtlinien überall verfügbar sind.

Die wohl größte Neuerungen im RC1 ist, dass er jetzt standardmäßig den internen DNS-Server verwendet, den Kai Blin implementiert hat. Bisher war eine externe Bind-Instanz die Vorgabe. Kai Blin hat kurz vor der Fertigstellung des RC noch einige Patches geliefert, die auch signierte DNS-Updates erlauben. Ansonsten haben sich diverse Details verschoben, etwa ist das zur Provisionierung (also zum Aufsetzen eines Verzeichnisses) verwendete Skript jetzt Bestandteil von samba-tool, dem zentralen Konfigurationswerkzeug von Samba. Das Samba-4-Howto ist bereits aktualisiert. (ps)