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Shaping Future: Das wünschen sich Menschen für 2053

Private Schutzkapseln in öffentlichen Verkehrsmitteln und übertragbare Erinnerungsspeicher sind nur einige der technischen Neuerungen, die sich im Rahmen eines Projekts befragte Bürger für 2053 wünschen.

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Technologien im Jahr 2053

(Bild: Fraunhofer IAO)

Vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden Gesellschaft wünschen sich viele Menschen offenbar technische Unterstützung nicht nur bei mechanischen Tätigkeiten, sondern auch bei emotionalen Entscheidungsprozessen. Fraunhofer-Forscher nennen als Ergebnis eines seit 2014 laufenden Projekts Stichworte wie ein "modulares Enhancement Set" und die "soziale Firewall".

Im Projekt "Shaping Future" haben die Forscher ein Vorgehensmodell entwickelt, das es Wissenschaftlern erleichtern soll, die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen zu erfragen, für die sie neue Technologien entwickeln wollen. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass die Begeisterung für neue Technologien und deren Akzeptanz seitens der Bürger(innen) ebenso ausschlaggebend für den Erfolg neuer Entwicklungen sei wie die Forschung selbst. Auch könnten die so ermittelten Ergebnisse ausschlaggebend für die Priorisierung zukünftiger Forschungsziele sein.

Federführend in dem vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt ist das Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) in Berlin. In Workshops haben sich über 100 Bürgerinnen und Bürger verschiedener Altergruppen und mit unterschiedlichem beruflichen Background Gedanken darüber gemacht, wie sie im Jahr 2053 leben wollen. Thematische Schwerpunkte der Workshops waren die Beziehungen zu Maschinen, Gesundheit, Arbeit und nachhaltige Mobilität.

Unter anderem durch Filmausschnitte und Einblicke in Forschungslabore sollten die Beteiligten sich mental in das zukünftige 2053 hineinversetzen. Das Projektteam nutzte außerdem Kreativitätsmethoden, Storytelling und Techniken aus der Desingforschung, um die Workshop-Teilnehmer zu motivieren, ihre Ideen in mögliche Prototypen umzusetzen. Experten aus unterschiedlichen Fraunhofer-Instituten haben die Ergebnisse, die sie für besonders innovativ beziehungsweise zukunftsfähig halten, identifiziert und denken über eine technische Umsetzung nach.

Insgesamt haben die Forscher acht Technologie-Roadmaps entwickelt: konfigurierbare Kapseln für einen individuellen Tür-zu-Tür-Transport, ein modulares Exoskelett, ein Gel für die Rekonstruktion des eigenen Körpers nach Verletzungen oder Krankheiten, eine Unterstützung für die eigene Fokussierung auf wichtige Dinge (soziale Firewall), Techniken zur Selbstdiagnose und Heilung, ein KI-System, das je nach Stimmung und Interessen Handlungsempfehlungen gibt, eine sensorbasierte In-Ear-Variante der sozialen Firewall sowie eine Kontaktlinse, die Einblick in die emotionale Verfassung anderer Personenen erlaubt.

Als interaktive Exponate sind die spekulativen Prototypen vom 30. Juli bis zum 26. Oktober im JOSEPHS zu sehen. Der interaktive Ausstellungsort in der Nürnberger Innenstadt wird von Fraunhofer-Gesellschaften und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg betrieben. (ka)