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Software für zentrale Hochschulzulassung wird teurer

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Nachdem das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung bereits 15 Millionen Euro in ein zentrales System für Hochschulzulassung investiert hat, könnten jetzt noch mal einige Millionen fällig werden. Denn das "Dialogorientierte Serviceverfahren" (DoSV), das ursprünglich im April dieses Jahres an den Start gehen sollte, erfordert neu zu schreibende Adapter für die Anbindung der hochschuleigenen Systeme.

Betroffen sind davon rund 200 Ausbildungsstätten, die die GX-Software der Hannoveraner Firma HIS einsetzen. Die GmbH im Besitz des Bundes und der Länder ist Marktführer bei den sogenannten Campus-Management-Systemen und erhielt 2009 rund 8,5 Millionen Euro staatliche Zuschüsse. Noch Anfang dieses Jahres hatte die Firma Kunden zugesagt, der Umstieg auf GX-Version 13 gewährleiste die Anbindung an das DoSV. Die Verbindung war jedoch so fehlerhaft, dass die für den DoSV-Betrieb zuständige Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) den Start des Systems auf das Wintersemester 2012/13 verschoben hat.

Die aus der ZVS (Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen) hervorgegangene Stiftung hat nun beschlossen, die HIS-Software nicht mehr direkt an das DoSV anzuschließen, sondern dafür einen separaten Konnektor erstellen zu lassen. Die Kosten dafür sollen die Bundesländer tragen. Die HfS selbst veranschlagt rund 2 Millionen Euro für die neu zu entwickelnde Hochschulanbindung. Die HIS GmbH wiederum kalkuliert laut einer heise online vorliegenden Roadmap dafür bis 2013 mit fast 10.000 Personentage und Kosten von knapp 5 Millionen Euro. Zu schreiben ist im Wesentlichen eine WebServices-Schnittstelle. Bislang versuchte HIS, die Daten per Secure FTP zwischen der zentralen Komponente und den GX-Systemen auszutauschen.

Die Entwicklung eines Konnektors soll bis Oktober abgeschlossen sein, im Januar 2012 könnte die Installation an den Hochschulen beginnen. Allerdings wird die HIS-Variante GX-Version 14 benötigen, da der Vorgänger keine Mehrfachstudiengänge unterstützt. Diese gehörten zwar von Anfang an zu den Anforderungen des DoSV. "Wie sie im DoSV unterstützt werden," so HIS auf Nachfrage, "entspricht allerdings nicht der Vorgehensweise, die sich über die HIS-Verfahren seit Jahren an einigen Hochschulen etabliert hat"

Von der Hamburger Firma Datenlotsen gibt es nach eigenen Angaben und Informationen aus Hochschulkreisen einen funktionsfähigen Konnektor, der mit beliebigen GX-Versionen funktionieren soll. Er soll pro Hochschule zwischen 35.000 und 40.000 Euro kosten.

Alle Bewerbungen und die Zulassungen werden beim DoSV zentral verwaltet, sodass eine vom Studenten angenommene Zulassung automatisch alle seine übrigen Bewerbungen beendet. Bislang führten Mehrfachbewerbungen und -zulassungen zu aufwendigen Nachrückerverfahren, bei denen bis zu 5 Prozent der Studienplätze unbesetzt blieben. (ck)