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Staatliche Hochschul-IT wird Genossenschaft

Eine neue Rechtsform der bisherigen HIS GmbH soll den Hochschulen mehr Einfluss auf die Softwareentwicklung geben. Die Firma war für den gescheiterten Start der zentralen Hochschulzulassung DoSV verantwortlich gemacht worden.

Mit der jetzt vollzogenen Umwandlung [1] der Hannoveraner Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) in eine Genossenschaft zieht die Firma eine Schlussfolgerung aus der gescheiterten Einführung [2] des "Dialogorientierten Service-Verfahrens" (DoSV). Es sollte Studieninteressenten die Bewerbung bei einem zentralen Webportal ebenso wie dezentral bei den jeweiligen Hochschulen ermöglichen.

Während T-Systems das Portal für 15 Millionen Euro einsatzbereit lieferte, waren die überwiegend von HIS stammenden Hochschul-Systeme lang Zeit nicht zur Zusammenarbeit damit zu bewegen. Die Einführung des DoSV wurde mehrfach verschoben [3] und schließlich ein Pilotbetrieb mit nur wenigen Hochschulen und Fächern aufgenommen. Zum Wintersemester 2013/14 nahmen 47 Hochschulen mit 176 Studienangeboten am DoSV teil. Nach Informationen des Bundesbildungsministeriums gibt es in Deutschland 415 Hochschulen.

Gesellschafter der HIS GmbH, die aus einem IT- und einem Forschungszweig besteht, waren bisher zu gleichen Teilen der Bund und die Länder. Der IT-Bereich wurde nun als eingetragene Genossenschaft ausgegliedert, erste Mitglieder sind die Bundesländer. Nach dem Eintrag in des Genossenschaftsregister sollen auch Hochschulen Genossen werden können. In Zukunft will die HIS eG als Selbstversorger ihrer Mitglieder auftreten, die dadurch mehr Einfluss auf die Softwareentwicklung erhalten. (ck [4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2104088

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.his.de/presse/news/ganze_pm?pm_nr=1302
[2] https://www.heise.de/meldung/Fehlstart-fuer-zentrale-Hochschulzulassung-1226232.html
[3] https://www.heise.de/meldung/Zentrale-Hochschulzulassung-erneut-gescheitert-1397010.html
[4] mailto:ck@ix.de