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Stallman wünscht sich WYSIWYG-Emacs

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Alte Pläne leben länger. Schon vor 25 Jahren habe er gehofft, man könne den Emacs zu einer WYSIWYG-Textverarbeitung ausbauen, schreibt der Gründer des GNU-Projekts und der Free Software Foundation in einem Beitrag zur GNU-Emacs-Entwicklerliste. Man möge doch anfangen, die dazu nötigen Features umzusetzen.

Die Resonanz auf diesen Vorschlag ist gemischt. Immerhin müssen Emacs-Anhänger seit Jahren mit Sottisen gegen die – vorsichtig ausgedrückt – nicht unbedingt intuitive Bedienung leben, etwa durch despektierliche Akronymauflösungen wie Escape-Meta-Alt-Control-Shift. In den ersten Jahren seiner Existenz war auch der Ressourcen-Bedarf des 1984 von Stallman in Lisp redesignten Editors Gegenstand von Häme (Eight Megabytes and Constantly Swapping). Heute ist die Hauptspeichergröße kein Thema mehr, das Programm läuft auf allen gängigen Betriebssystemen und ist angepasst an grafische Fenstersysteme.

Richard Stallman: "I'm the head of the GNU project."

(Bild: Wikipedia/Gisle Hannemyr)

Aber eine Verbreitung über die engere Nerd-Szene hinaus blieb dem Editor bisher verwehrt. Das möchte Stallman durch ein modernes User-Interface nun gerne geändert wissen. Dass mit OpenOffice beziehungsweise LibreOffice bereits ganze WYSIWYG-Office-Pakete unter Open-Source-Lizenzen existieren, ist für den Altvorderen der freien Software auch kein wirkliches Gegenargument. Denn diesen Programmen fehlten zu viele Fähigkeiten des Emacs.

Als wenig hilfreich empfand Stallman wohl auch Fragen nach dem Sinn seines Vorschlags oder den schlichten Hinweis "Patches welcome, RMS." Es möge doch jemand den Schreibern klarmachen, dass er nicht irgendjemand sei: "Would someone like to post a response there -- saying that I'm the head of the GNU Project, as well as the initial and main developer of GNU Emacs, not just a random user?"

(js)