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Studie: Bots werden der Werbewirtschaft 7,2 Milliarden US-Dollar klauen

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(Bild: Heise)

Das Internet und die Werbewirtschaft gehen schon lange Hand in Hand. Genauso lange bereiten der Marketingindustrie jedoch Bots Schwierigkeiten. Laut einer Studie ist der erwartete Schaden für das Jahr 2016 massiv.

Auf einen massiven Schaden von 7,2 Milliarden US-Dollar durch Bots muss sich die Werbewirtschaft im Jahr 2016 einstellen. So lautet zumindest das Fazit einer Studie der Sicherheitsfirma White Ops, die selbst Dienste zum Bekämpfen solcher Betrügereien anbietet. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem US-Werbeverband (Association of National Advertisers, ANA) verfasst.

Die 49 teilnehmenden Unternehmen [1] schätzten ihren Schaden auf 250.000 bis 42 Millionen US-Dollar, was einen Durchschnitt von zehn Millionen US-Dollar je Firma ergab. Die zehn Firmen mit dem höchsten Betrag kamen jedoch auf einen Durchschnitt von 20 Millionen US-Dollar. Der Anteil der Bots an den Werbeklicks schwankte 2015 zwischen 3 bis 37 Prozent und nur ein Drittel der Teilnehmer sprach von einer Senkung im vergangenen Jahr. 2014 ergab die Studie eine Spanne von 2 bis 22 Prozent. Für das Jahr 2015 schätzte White Ops die Zahlen noch auf 6,3 Milliarden US-Dollar. Die eigentliche Rate der Betrügereien hätte sich zwar nicht geändert, insgesamt hätten sich die digitalen Ausgaben jedoch um 15 Prozent erhöht.

Hinzu komme, dass Traffic, der von Drittanbietern stamme, die dreifache Menge an Bots aufweise. Zudem würden sich die Bots gezielt auf Medien mit hohen CPMs (Cost Per Thousand Impressions – Kosten für den Anbieter je tausend Werbeeinblendungen) konzentrieren, was den Betrügern einen höheren Gewinn versprechen würde. Medien mit CPMs über zehn US-Dollar wiesen 39 Prozent mehr Bots auf und bei Videos mit CPMs über 15 US-Dollar müssen die Anbieter mit einem Anstieg der Rate um 173 Prozent rechnen. Als Beispiel führen die Analysten auf Hispanics abzielende Medien an, die eine 70 Prozent höhere Rate an Bots aufweisen würden.

Solche Betrügereien entstammen Netzwerken infizierter Rechner, die ihre Ressourcen für automatisierte Programme zur Verfügung stellen. Der Betreiber des Botnetzes richtet ein Konto bei einem Anbieter von Werbediensten ein und nutzt die ihm untergebenen Systeme, um Elemente wie Banner massenhaft anzuklicken. Anschließend sammelt er die Vergütung ein, ohne dass die Werbung je einen potentiellen Käufer erreicht hätte. Um authentisch zu wirken, verwenden die infizierten Rechner Cookies des eigentlichen Nutzers oder maskieren einen Desktop als Smartphone. Für neue Botnetze existiert ein Zeitfenster, in dem Betrüger mit ihm solange profitieren können, bis Sicherheitsfirmen ihm auf die Schliche kommen. (fo [2])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3079624

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.whiteops.com/bot-benchmark?origin=homepage
[2] mailto:fo@heise.de