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Studie: Cloud motiviert Unternehmen zu Hardwareinvestitionen

Mit der Cloud brechen dunkle Zeiten für Hardware-Hersteller an – lautet eine gängige Befürchtung. Eine Studie zeigt nun, dass es nicht so sein muss.

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Studie: Cloud motiviert Unternehmen zu Hardwareinvestitionen

78 Prozent der Unternehmen planen laut einer Umfrage im Rahmen ihrer Cloud-Strategie Hardwareinvestitionen. Das stellt die lange verbreitete Behauptung in Frage, Cloud führe zu weniger Hardwarebedarf. 41 Prozent wollen große Teile ihrer Hardware austauschen oder aktualisieren, 37 Prozent zumindest PCs und Laptops am Arbeitsplatz gegen Clients tauschen. Das Marktforschungsinstitut IDC erläutet, neu implementiert werde außerhalb des Client-Bereichs Technik ohne die klassischen getrennten Infrastruktursäulen Server, Storage und Networking, Software-definierte und Composable-Infrastrukturen, die sich unkomplizierter mit der Cloud verbinden lassen.

Dass Hardwareinvestitionen mit der Cloud kein Tabu sind, unterstreicht darüber hinaus ein anderes Ergebnis der Studie: Unter den Themen, mit denen sich die IT beim Implementieren von Cloud-Strategien beschäftigen, rangieren die Kosten auf dem vierten Platz. Ganz vorn stehen Sicherheit und Compliance. IDC-Mitarbeiter Matthias Zacher erklärt: "Kostengesichtspunkte treten bei der Cloud mehr und mehr zugunsten Vorteilen wie Flexibilität und Skalierbarkeit in den Hintergrund."

Ansonsten sind die Resultate wenig sensationell. "90 Prozent der Befragten haben eine Cloud-Strategie implementiert. Heute lautet also die Frage nicht mehr, ob Cloud eingesetzt wird, sondern nur noch, welche Form der Cloud", erläutert Zacher. Während rund 80 Prozent der Befragten IaaS, PaaS oder SaaS nutzen oder evaluieren, sind dies bei der selbst betriebenen Private Cloud lediglich 72 Prozent und bei der Hosted Private Cloud 70 Prozent.

Multi-Cloud scheint vor dem Durchbruch zu stehen: 15 Prozent der Befragten nutzen sie nach eigenen Angaben schon heute, 60 Prozent gaben an, bis 2020 den Einstieg schaffen zu wollen. "Allerdings ist die Definition von Multi-Cloud, die die Anwender verwenden, unscharf", ergänzt Zacher. IDC definiert sie entweder als zwei durch API verbundene Instanzen derselben Applikation bei zwei beliebigen Anbietern oder den wahlweisen Bezug desselben Dienstes von mehreren Public-Cloud-Providern, gesteuert über eine zentrale Instanz beim Kunden.

An der IDC-Untersuchung nahmen 200 deutsche Unternehmen über 100 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Branchen teil, wobei die Industrie mit 30 Prozent Befragten überrepräsentiert war. (Ariane Rüdiger) / (fo)