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Studie: IT-Cluster Rhein-Main-Neckar auf Weltniveau

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Das IT-Cluster Rhein-Main-Neckar bewegt sich auf dem Weltniveau anderer IT-Cluster wie Silicon Valley, Oulu (Finnland) und Bangalore (Indien). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TU Darmstadt, die das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie die Software AG mit Sitz in Darmstadt-Eberstadt heute vorgestellt haben. Bei der Zahl der im Gebiet niedergelassenen IT-Unternehmen übertrifft die Region um die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach, Aschaffenburg, Mainz, Darmstadt, Mannheim, Heidelberg und Walldorf mit circa 12.700 Firmen deutlich das Silicon Valley, das auf 7.000 IT-Unternehmen kommt – und das bei ungefähr vergleichbarer räumlicher Größe. Allerdings liegt das kalifornische IT-Cluster bei der Anzahl der Beschäftigten und des Gesamtumsatzes deutlich vorne. Über 500.000 Beschäftigte erwirtschafteten einen Umsatz von circa 180 Milliarden Euro. Im südhessischen IT-Cluster sind es mindestens 90.000 Beschäftigte, die ein Viertel des Gesamtumsatzes des Silicon Valley erzielten. Es übertrifft damit bei der Beschäftigtenanzahl aber die IT-Cluster Bangalore (80.000) und Oulu (18.000).

Cluster sind der Studie zufolge ein wichtiges Instrument für eine strategische Wirtschafts- und Wachstumspolitik und eine Basis für den IT-Bereich, um langfristig erfolgreich sein zu können. Als kritische Erfolgsfaktoren für die Entstehung von Clustern sehen die Forscher langfristige Unternehmensansiedlungen, den globalen Erfolg von Leitunternehmen – hier sind für die beobachtete Region vor allem SAP und Software AG sowie T-Online mit Hauptsitz in Darmstadt zu nennen –, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und eine hinreichende Dichte technischer Hochschulen. So findet man im IT-Cluster Rhein-Main-Neckar die TU Darmstadt, die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, die Universität Mannheim sowie weitere Hochschulen in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt. Hinzu kommen die Fraunhofer Institute IGD (Fraunhofer Institut Graphische Datenverarbeitung), SIT (Fraunhofer Institut Sichere Informationstechnologie) und IPSI (Fraunhofer Institut Integrierte Publikations- und Informationssysteme).

Handlungsempfehlungen für das Rhein-Main-Neckar-Gebiet gibt die Studie auch. Hier sehen die Experten Raum für die Förderung einer Gründer- und Unternehmerkultur, den Aufbau regionaler Netzwerke, die Bereitstellung von Gründungskapital, Arbeitskräfteentwicklung sowie die Durchsetzung von Software-Patenten.

Das beobachtete IT-Cluster umfasste unter anderem die Bereiche Hardwareberatung, -entwicklung und -herstellung, Datenverarbeitungs- und Tabellierungsdienste, Softwareberatung und -entwicklung und Datenerfassungsdienste. Insbesondere im Bereich Softwareentwicklung gehört die beobachtete Region zu den bedeutendsten Standorten Deutschlands. So erreicht der Rhein-Neckar-Kreis bundesweit den Spitzenwert bei der Konzentration der Softwareindustrie, gefolgt von München und Darmstadt. (ane)