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Studie: Jeder dritte Deutsche würde mit dem Smartphone bezahlen

Mobile Payment wird zwar praktisch kaum genutzt, aber viele können sich vorstellen, mit dem Handy zu bezahlen.

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Studie attestiert Deutschen Offenheit für das Bezahlen per Smartphone

Immerhin fast ein Drittel (29 Prozent) der für eine Studie des Branchenverbands Bitkom befragten Deutschen kann sich vorstellen, mit dem Smartphone zu bezahlen. Ein Fünftel der Befragten gab ab, dafür auch NFC-Technik (Near Field Communication) nutzen zu wollen; immerhin 7 Prozent haben dies nach eigener Angabe sogar schon getan. Wenig überraschend ist die höhere Akzeptanz für Mobile Payment bei den 14- bis 29-Jährigen höher, in dieser Gruppe gaben 14 Prozent an, bereits per NFC bezahlt zu haben.

NFC wird vom Bitkom das Potential zugesprochen, dem bargeldlosen Bezahlen per Handy zum Durchbruch zu verhelfen, da diese Technik eine Brücke zu vorhandenen Bezahlmöglichkeiten darstellt und einfach zu bedienen ist. Der Kunde hält sein Smartphone an das Lesegerät und autorisiert die Bezahlung, abgerechnet wird über die Kreditkarte.

Allerdings gibt es derzeit erst an rund 8 Prozent der Kassenterminals NFC-Lesegeräte. Ein weiteres Hindernis für die Etablierung einer herstellerübergreifenden Lösung ist, dass Apple den NFC-Chip im iPhone 6 nur für sein eigenes Bezahlsystem Apple Pay freigeschaltet hat. Zudem gestaltet sich die Entwicklung von Apple Pay außerhalb der USA schleppend. Auch andere Systeme sind nur regional erhältlich und konnten sich noch nicht durchsetzen.

Dennoch sagen Analysten dem Mobile Payment eine große Zukunft voraus. So stellte eine Studie von PriceWaterhouseCooper zwar fest, dass 2014 in Deutschland nur rund 176.000 Kunden die Möglichkeit hatten, mit dem Handy zu bezahlen. Die durchschnittlichen Jahreserlöse der Anbieter mobiler Bezahlsysteme lagen bei gerade einmal 42 Euro pro Kunde im B2C-Segment. Was unter anderem daran läge, dass sich über 80 Unternehmen im Markt für Payment-Lösungen tummelten.

Aber bis 2020 sagen die PWC-Analysten ein Wachstum der Kundenbasis auf 11 Millionen und des Marktvolumens auf eine Milliarde Euro pro Jahr voraus. Davon soll die Hälfte aus dem B2B-Segment kommen, in dem derzeit Mobile Payment quasi nicht existiert und das deswegen die größten Chancen für neue Dienstleister böte. Insgesamt soll der Markt aber nur Platz für drei bis fünf Payment-Lösungen bieten. (js)