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Studie: Soziale Netzwerke und schlechter Schlaf gehören zusammen

Verbringen junge Erwachsene Zeit in sozialen Netzwerken und greifen häufig auf ihre Konten zu, leiden sie auch öfter unter Schlafstörungen. So lautet das Ergebnis einer Studie von Forschern der University of Pittsburgh.

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Kind mit Tablet

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)

Sind junge Erwachsene in sozialen Netzwerken unterwegs, schlafen sie auch schlechter. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der University of Pittsburgh und dem US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH).

In der Untersuchung hatten die Forscher 1.788 Probanden aus den USA im Alter von 19 bis 32 Jahren zu ihren Nutzungsgewohnheiten von sozialen Netzwerken befragt und ihre Schlafstörungen gemessen. Dabei ging es um die 2014 populären Plattformen Facebook, YouTube, Twitter, Google Plus, Instagram, Snapchat, Reddit, Tumblr, Pinterest, Vine und LinkedIn.

Durchschnittlich verbrachten die Probanden täglich 61 Minuten in den sozialen Netzwerken und griffen pro Woche 30 Mal auf die unterschiedlichen Konten zu. Bei 30 Prozent der jungen Erwachsenen maßen die Forscher Schlafstörungen. Nutzer, die am häufigsten auf die Plattformen zugriffen, hatten im Vergleich zu Abstinenzlern eine dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen zu leiden. Wer am meisten Zeit in den Netzwerken verbrachte, wies ein zweifach erhöhtes Risiko auf.

Autorin der Studie Dr. Jessica C. Levenson interpretiert das Ergebnis so, dass das ständige "Checken" der Konten ein besserer Indikator als die aufgebrachte Zeit für Schlafstörungen seien. Behandelnde Ärzte sollten ihre Patienten bei Schlafstörungen auch zu ihren Online-Gewohnheiten befragen.

Gleichzeitig betonen die Forscher jedoch, dass eine Studie noch nicht ausreiche, um die Korrelation zu erklären. Zwar könne man behaupten, dass soziale Medien den Schlaf verdrängten. Genauso gut könnten soziale Medien aber auch Nutzer emotional aufregen und deshalb zu Schlaflosigkeit führen. Auch ein technischer Hintergrund sei nicht ausgeschlossen. Das Licht des Bildschirms könne den natürlichen Tagesrhythmus unterbrechen.

Eine weitere Erklärung, die die Studie nicht ausschließen kann, wäre, dass junge Erwachsene, die nicht schlafen können, ins Internet gehen, um sich die Zeit zu vertreiben. Dieses Vorgehen könnte sich von Mal zu Mal verstärken. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Medien würden soziale Netzwerke den Nutzer durch ihre Interaktivität stärker stimulieren.

Die vollständige Studie erscheint in der Aprilausgabe der Fachzeitschrift Preventive Medicine. In einem Online-Artikel stellen die Forscher erste Ergebnisse ihrer Untersuchung vor. (fo)