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Studie: Zweifel am Datenschutz durch Behörden und Unternehmen

Behörden und Unternehmen müssen mehr für den Datenschutz unternehmen, finden die Teilnehmer an einer aktuellen europäischen Sicherheitsstudie. In Deutschland gilt das Misstrauen vor allem Technologiekonzernen und Social-Media-Seiten.

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Studie: Zweifel am Datenschutz durch Behörden und Unternehmen

57 Prozent der europäischen Befragten sind besorgt darüber, dass ihre Daten nicht sicher sind; 59 Prozent haben schon direkt ein Datenschutzproblem erlebt. Das geht aus dem gerade veröffentlichten "State of Privacy Report 2015" des Sicherheitsunternehmens Symantec hervor. Befragt wurden 7000 Personen in sieben europäischen Ländern, darunter 1000 in Deutschland.

Der Studie zufolge spiegelt das aktuelle Einkaufsverhalten nicht die Sorge der Konsumenten wider. Zwar erfreut sich das Online-Shopping weiterhin Zuwächse, wobei sich im Durchschnitt nur ein Viertel der Käufer mit den Details der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) beschäftigt – der Ausreißer ist hier Italien mit 53 Prozent. "Die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Diensten und -Produkten sind häufig schwer zu finden, lang und schwer zu verstehen oder missverständlich", hält ENISA-Direktor Udo Helmbrecht fest. Die Studie empfiehlt kürzere und besser verständliche AGBs; zudem sollten Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihren Kunden dabei helfen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten.

Symantec ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die Sicherheitsbedenken auf Online-Aktivitäten auswirken. Erste Anzeichen gebe es schon: So vermeiden 44 Prozent der Befragten, ihre persönlichen Daten online preiszugeben. Ein gutes Drittel macht sogar gezielt falsche Angaben, um seine Privatsphäre zu schützen.

Unternehmen tun gut daran, die Sicherheit der Daten ihrer Kunden mit entsprechenden Richtlinien und Prozessen zu gewährleisten, denn über kurz oder lang sind solche Aspekte kaufentscheidend. Auch beginnen Konsumenten allmählich, den Wert ihrer Daten zu verstehen; ein Viertel der Befragten schätzt ihn auf 1000 Euro und mehr. Für 86 Prozent ist Datensicherheit bei der Wahl des Online-Shops ein wichtiger Aspekt, der noch über der Qualität der Produkte oder dem Service steht.

Von den befragten Deutschen vertrauen 59 Prozent Krankenhäusern und medizinischen Diensten, 58 Prozent den Banken. Mit nur 30 Prozent liegt die deutsche Regierung weit zurück und schneidet im europäischen Vergleich sogar am schlechtesten ab. Am wenigsten Vertrauen zeigten die deutsche Befragten in Technologiekonzerne (18 %) und Social-Media-Seiten (9 %). 40 Prozent der Deutschen sehen sich selbst in der Verantwortung, ihre Daten zu schützen; die Befragten der Nachbarstaaten hingegen sehen eher ihre Regierung in der Pflicht (33 %). Dennoch gaben mehr als zwei Drittel der deutschen Umfrageteilnehmer an, nicht zu wissen, wie sie ihre Daten schützen können.

Die Umfrage lief in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Spanien. Die Ergebnisse im europäischen Vergleich stehen hier (pptx). (ur)