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Studie von IDC: IoT kommt in Deutschland schleppend voran

Laut einer Studie der IDC setzen in Deutschland bislang nur wenige Unternehmen IoT ein. 2018 könnte sich das jedoch ändern.

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Studie von IDC: IoT kommt in Deutschland schleppend voran

Auf Grundlage einer Umfrage bei Unternehmen verschiedener Branchen nimmt das Marktforschungsunternehmen IDC den Stand der IoT-Projekte (Internet of Things) in Deutschland im Jahr 2018 unter die Lupe. Hierzu befragten sie 444 Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus acht Branchen zu deren Umsetzungsplänen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 34 Prozent haben IoT-Initiativen umgesetzt oder im Rahmen einer Pilotphase im Einsatz. Dabei hat mit 45 Prozent das Versicherungs- und Finanzwesen die Nase vorn, gefolgt von der Fertigungsindustrie mit 42 Prozent. Schlusslicht sind die Öffentliche Verwaltung (28 Prozent) und das Gesundheitswesen (23 Prozent). Doch gaben nahezu drei Viertel der befragten Organisationen an, in diesem Jahr ein neues IoT-Projekt zu planen und dafür auch schon das Budget zu haben.

Gut ein Viertel der Firmen beklagt vor allem die hohe Komplexität des IoT und die Vielfalt der Anbieter. Angesichts dieser Hürden hätten viele Anwender (20 Prozent) am liebsten ein "Rundumsorglospaket", so der IDC-Analyst Marc Schulte. Ein solches gibt es derzeit aber nicht und die Anbieter sind auf Partner angewiesen, etwa im Bereich Connectivity oder Geräte. Ein Ansatz könnte laut IDC der Einsatz von IoT Labs sein, bei denen Anbieter und Kunden gemeinsam an Prototypen und Konzepten für ein Projekt arbeiten. Der Umfrage nach wollen 38 Prozent der Befragten im laufenden Jahr darauf zurückgreifen.

2018 wollen 51 Prozent der Unternehmen außerdem eine IoT-Plattform einführen. Sie beherrschen neben dem Management der vernetzten Geräte und der Connectivity auch das Management der Applikationen und die Verarbeitung der Daten sowie teilweise Analysen und ML-Techniken (Maschinelles Lernen).

Im Bereich der Connectivity überwiegen mit 40 Prozent die Mobilfunkverbindungen, gefolgt von den kabelgebundenen Verbindungen mit 38 Prozent. Doch geht Schulte davon aus, dass Ansätze wie Low Power WAN "neue Dynamik in den IoT-Connectivity-Markt" bringen. Für 2018 planen 27 Prozent diese Technik für Weitverkehrsnetze für Verbindungen von Geräten mit Niedrigenergie, etwa Sensoren, einzuführen. Des Weiteren gehen die Analysten davon aus, dass bis 2019 rund 40 Prozent der IoT-Daten im oder in der Nähe des vernetzten Objekts verarbeitet werden: Edge-Computing wird aktuell von 14 Prozent der Firmen eingesetzt, weitere 32 Prozent planen dies.

Schließlich liebäugeln deutsche Unternehmen mit dem Einsatz von Blockchain im IoT. Smart Contracts scheinen vor allem in der Logistik ein Treiber zu sein, denn 43 Prozent der Befragten nannten vor allem die Durchführung von mehreren Transaktionen in kürzerer Zeit als großen Vorteil, gefolgt von der Absicherung der IoT-Daten (41 Prozent) sowie der besseren Nachweisbarkeit der Kontrollkette (36 Prozent).

Die Kombination eines IoT mit einer Blockchain ist hierzulande aktuell noch nicht weit verbreitet – und der aktuelle Hype um die Technik führt schnell zu einer Überbewertung, so Schulte. Dennoch geht er davon aus, dass 2019 etwa 20 Prozent der IoT-Projekte Blockchains nutzen werden. (Susanne Franke) / (fo)