TÜV-Studie: Internet Explorer spart Energie

Der TÜV Rheinland will herausgefunden haben, dass der Internet Explorer 10 ein Viertel weniger Energie verbraucht als andere aktuelle Browser. Die Ersparnis macht pro Nutzer 1,50 Euro im Jahr aus.

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Seit einiger Zeit beruft sich Microsoft in Deutschland auf die Kompetenz unabhängiger Firmen, um die Überlegenheit seines Webbrowsers Internet Explorer gegenüber Konkurrenzprodukten zu belegen. Jüngstes Ergebnis dieser Strategie ist eine Studie des TÜV Rheinland, die belegen soll, dass der IE 10 weniger Energie benötigt als seine Konkurrenten.

Der TÜV Rheinland will bei "typischen Szenarien" herausgefunden haben, dass Microsofts Browser rund ein Viertel weniger Strom verbraucht als Firefox 16 und Chrome 22. Die Testfälle umfassen den von Microsoft selbst entwickelte FishIE Tank, die Wiedergabe eines HTML5-Videos und die "automatisierte Navigation zu den beliebtesten Webseiten Deutschlands".

Diese Szenarien hat der TÜV gemeinsam mit seinem Auftraggeber festgelegt. Die betrachteten Websites entsprechen der Top-20-Liste der AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung). Sie enthält unter anderem gutefrage.de, chefkoch.de und meinestadt.de, jedoch keine einzige Suchmaschine.

Laut Studie verbrauchte der IE 10 in der fünf Minuten dauernden Messung 5,3 Watt, Chrome kam auf 8,2 und Firefox auf 9,2 Watt. Alle Browser wurden unter Windows 8 getestet, für weitere Plattformen ist der Internet Explorer anders als die Konkurrenten nicht verfügbar. Als Testgeräte kamen je drei Desktop- und Notebook-Modelle mit Intel i3-, i5- und i7-CPUs zum Einsatz.

Verwendeten alle 51,7 Millionen Internet-Nutzer in Deutschland an einem achtstündigen Tag den IE 10, würden laut Microsoft 860.000 KWh Strom eingespart. Dehnt man dieses unrealistische Szenario auf ein ganzes Jahr aus, ergäbe sich pro Anwender eine Ersparnis von 1,52 Euro bei einem angenommenen Preis für die KWh von 0,25 €.

Bereits im August 2012 veröffentlichte Microsoft Ergebnisse einer TÜV-Untersuchung, die für den IE 9 zu einem ähnlichen Ergebnis kam. Damals legte man für die Berechnung der Ersparnis 137 Minuten täglicher Internetnutzung zugrunde. Geht man davon aus, könnte ein Webnutzer durch den Einsatz des IE 10 gerade einmal 43 Cent pro Jahr sparen. Damit hätte er den Upgrade-Preis für Windows 8 innerhalb von 75 Jahren eingespielt. (ck)