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Transparenzzentrum: Microsoft gewährt Behörden Quellcode-Einsicht

In einem Transparenzzentrum will Microsoft Behörden, die Code-Manipulationen durch fremde Geheimdienste befürchten, die Gelegenheit bieten, den Source-Code selbst zu untersuchen.

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Dass die NSA amerikanische Produkte mit Hintertüren zum Schnüffeln versieht, wurde unter anderem im Fall von Cisco-Routern bekannt und hat das Vertrauen in US-Konzerne nicht eben befördert. Microsoft will dem durch eine Transparenz-Initiative entgegenwirken und hat jetzt die Eröffnung des ersten Microsoft-Transparenzzentrums auf dem Redmonder Firmengelände bekannt gegeben.

Dort sollen Behörden die Gelegenheit bekommen, den Quellcode zu untersuchen und sich zu überzeugen, dass dieser frei von "back doors" ist. Ein schon im Januar angekündigtes Transparenzzentrum in Brüssel ist laut Microsoft im Aufbau, weitere Standorte will der Konzern demnächst ankündigen.

Sourcecode-Einsicht in Microsoft-Anwendungen hatten bislang bereits ausgewählte Großkunden erhalten; im Rahmen der Shared-Source-Initiative gab es zudem ein Government Security Program, mit dem Regierungen bzw. staatliche Organisationen Einblick in den Sourcecode von Microsoft erhalten konnten.

Im Rahmen seiner "Transparenz-Initiative" hatte Microsoft auch Outlook.com um TLS ergänzt und seine Cloud-Dienste Azure und Office365 mit Verschlüsselungsfeatures versehen. Derweil beginnen deutsche Behörden eine behutsame Nationalisierung ihrer IT-Infrastruktur. So wollen Bundestag und Bundesregierung nicht länger Verizon als Internet-Provider nutzen, sondern die Telekom. (js)