Twitter stellt seine vollständige Historie zur Verfügung

Mit einem neuem Verfahren archiviert Twitter sein gesamtes Korpus an öffentlichen Nachrichten. Mit dem neuen Index sollen Nutzer schnellen Zugriff auch auf alte Mitteilungen zu einem Thema erhalten.

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Mit den neuen Funktionen haben Nutzer die gesamte Historie öffentlicher Tweets im Blick.

(Bild: dpa, Daniel Reinhardt)

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Der Kurznachrichtendienst Twitter will seine gesamte Geschichte öffentlicher Tweets allen Anwendern zur Verfügung stellen. Bisher bewahrt das System Nachrichten bloß eine Woche in einem schnellen Index auf, ältere Mitteilungen wanderten in ein langsames Archiv. Alle aktuellsten Daten liegen jedoch im RAM der Server, damit Nutzer direkt auf sie zugreifen können.

Um auch ältere Tweets durchsuchbar zu machen, mussten die Entwickler ihr System umstellen: Zunächst wollten sie es auf dem Prinzip des bisherigen Index aufbauen, jedoch ist hier der benötigte Platz arg limitiert. Der neue Speicher musste hingegen konstant wachsen können. Hierfür stellte Twitter das Verarbeiten der Nachrichten im Langzeitindex auf einzelne Tage um, die Tweets der vorigen Woche verarbeitet das System einzeln.

Nachrichten fasst das System auf einer täglichen Basis zusammen und sortiert Tweets in Gruppen ein.

(Bild: Twitter)

Mitteilungen sortiert das System anhand einiger Merkmale, zum Beispiel Zugriffe, Retweets oder Antworten. Hinzu kommt ein Einordnen auf Basis der Sprache und weiterer Eigenschaften. So fasst es Mitteilungen zu größeren Gruppen zusammen, die es täglich auf SSDs ablegt. Gleichzeitig achteten die Entwickler darauf, dass die Umgebung Kopien der Informationen erstellt und sich die Kapazität leicht erweitern lässt.

Den jetzigen Anstrengungen, die gesamte Geschichte des Dienstes verfügbar zu machen, ging 2012 ein kleinerer Index von zwei Milliarden Top-Nachrichten voraus. Twitter sieht den Sinn des Systems weniger im Auffinden alter privater Nachrichten, sondern im Analysieren von Ereignissen im Bereich der Politik, des Sports oder von Katastrophen.

Nutzer sollen Ergebnisse schnell erhalten: Die Entwickler geben eine Latenzzeit von 100 Millisekunden für das System an. Die Funktion ist für den Web Client und mobile Endgeräte mit iOS und Android verfügbar. Bisher tauchen alte Tweets unter "Alle" auf, doch in Zukunft wollen die Designer sie ebenfalls unter den Top-Ergebnissen platzieren. (fo)