US-Armee verstößt gegen das Urheberrecht

Mit einer Zahlung von 50 Millionen US-Dollar einigen sich der Entwickler Apptricity und die US-Armee darauf, eine Klage gegen die Regierung beizulegen. Die Streitkräfte hatten wenig Lizenzen gekauft, die Software jedoch umfangreich eingesetzt.

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Von
  • Moritz Förster

In den USA muss sich die Armee in der Regel nicht vor mangelnden Mitteln fürchten, dennoch haben die Landstreitkräfte der Supermacht die Software der texanischen Firma Apptricity auf etlichen Rechnern installiert, ohne ausreichend Lizenzen für die Verbreitung zu kaufen. Nun haben sich Unternehmen und Armee auf 50 Millionen US-Dollar geeinigt, um eine Klage gegen die Regierung der Vereinigten Staaten beizulegen. Ursprünglich forderten die Entwickler Schadenersatz in Höhe von 224,5 Millionen US-Dollar.

Apptricity ist Eigentümer einer Logistik-Software, die die Armee seit 2004 einsetzt, um Truppenbewegungen und den Nachschub zu koordinieren. Die ersten Lizenzen hatten die Streitkräfte legal erworben – jedoch nur für fünf Server und 150 weitere Geräte. Inzwischen läuft die Software wohl auf knapp 100 Servern und 9000 weiteren Geräten. Laut CEO Tim Garcia lobte ein hochrangiger Offizier mit diesen Zahlen das Unternehmen und machte die Inhaber so wohl unfreiwillig auf den Verstoß aufmerksam.

Der Zusammenarbeit zwischen Apptricity und Verteidigungsministerium schadete das Verfahren jedoch nicht, erst im September unterschrieb die Armee einen Vertrag über 5,2 Millionen US-Dollar. Zum Einsatz kam die Software nicht nur in kriegerischen Krisen wie in Afghanistan und dem Irak, sondern auch bei der Katastrophen-Hilfe in Haiti. (fo)