Umfrage: IT-Profis vermissen digitale Souveränität

In einer Umfrage des eco-Verbands sehen und kritisieren IT-Experten zu starke Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern.

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(Bild: eco e.V.)

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Aktuell organisieren viele Firmen die Arbeitsabläufe ihrer Mitarbeiter mit digitalen Tools. Oft kommen dabei Dienste von Anbietern außerhalb Europas zum Einsatz. Das wollte der eco-Verband genauer untersuchen und hat das Marktforschungsinstitut Civey beauftragt, 500 IT-Experten zum Thema Digitale Souveränität zu befragen. Dabei fordert mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer offene Standards für einen besseren Datenaustausch als Schlüsselelement für mehr digitale Souveränität. Knapp dahinter liegt der Wert für APIs zur Softwareanbindung mit knapp 46 Prozent.

Die Spanne der von den Befragten als verbesserungswürdig eingeschätzten Bereich ist groß.

(Bild: eco e.V.)

Gegliedert nach eher übergreifenden Unternehmensbereichen drückt der Schuh nicht nur bei klassischen Themen am meisten: Endgeräte (32,3 Prozent), Büroanwendungen (31,7 Prozent) und Netzwerksoftware (30,9 Prozent) sind ebenso vertreten wie diverse Cloud-Dienste (IaaS, PaaS und SaaS) mit zwischen 20,4 und 26,6 Prozent. Fast ein Viertel der Befragten (24,5 Prozent) wünscht sich mehr RZ-Leistungen aus Deutschland und 23,1 Prozent mehr europäische IT-Anbieter am Markt.

Große Erwartungen hat die Branche an das Projekt GAIA-X, das sichere, verteilte und souveräne europäische Dateninfrastrukturen anstrebt. Sich Gedanken um digitale Souveränität zu machen, ist allerdings nicht ganz neu: Schon im Herbst letzten Jahres hatte die Bundesverwaltung eine Studie veröffentlicht, die die Gefahr für die digitale Souveränität des Staates durch die Abhängigkeit von Microsoft-Produkten gefährdet sieht. Auch die OSB Alliance hat das Thema schon länger auf der Agenda und sich vor einem halben Jahr den Namenszusatz "Bundesverband für digitale Souveränität" gegeben. (avr)