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Umfrage: Verbraucher misstrauen Amazon

Viele Internetnutzer finden, Amazon habe zu große Marktmacht im E-Commerce – und ziehen Konsequenzen daraus.

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Fast die Hälfte der Befragten in einer aktuellen Umfrage unter 1000 Verbrauchern (43,7%) finden die Marktmacht von Amazon im E-Commerce bedenklich. Eine etwas kleinere Gruppe (40,9%) findet das nicht, die verbleibenden 15% haben sich noch keine Meinung dazu gebildet. Unter den Amazon-kritischen Personen kaufen 87,4 Prozent von deshalb bewusst weniger bei Amazon ein – ein Drittel bevorzugt den klassischen Handel vor Ort.

Kritisiert wird, dass Amazon andere Online-Händler, aber auch seine Zulieferer unter Druck setzt. Zudem könne Amazon aufgrund seiner Marktmacht zu hohe Preise verlangen. Erst kürzlich hatten Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergeben, dass Händler ihre Produkte auf dem Amazon-Marktplatz häufig teurer anbieten als im eigenen Shop. Aber Amazon hat auch in anderer Hinsicht ein Imageproblem: Jeweils gut 60% bemängeln, dass Amazon kein besonders ethischer Arbeitgeber ist und in Deutschland keine Steuern zahlt.

Den letzten Kritikpunkt teilen auch Personen, die sich keine Sorgen um Amazons Marktmacht machen: Zwei Drittel der Befragten (67,9%) sind generell der Ansicht, dass ausländische Internetkonzerne wie Amazon, Facebook und Google eine Digitalsteuer zahlen sollten.

Auch den Bewertungen bei Amazon trauen die Umfrageteilnehmer mehrheitlich nicht, lediglich ein Drittel (34,5%) zieht sie bei seiner Kaufentscheidung ernsthaft in Betracht. Immerhin sagen 42,3% der Befragten, dass sie zumindest ausreichen, um einen ersten Eindruck eines Produkts zu gewinnen.

Für die Umfrage hat Statista im September 2019 im Auftrag der Schnäppchenseite mydealz durchgeführt. Befragt wurden 1000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. (odi)