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Unendliche Weiten im virtuellen Raum

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Mit der 3D-Brille ausgerüstet, können Personen auf kleinem Raum durch unendlich viele Zimmer gehen.

(Bild: TU Wien)

Von virtuellem Raum zu virtuellem Raum und immer weiter können Personen auf dem zehn mal zehn Meter großen Testbereich der TU Wien gehen, ohne dass sie an physische Hindernisse stoßen. Die neue Virtual-Reality-Technik, die die TU zusammen mit dem Southern California Institute for Creative Technologies entwickelt hat, berechnet kontinuierlich die Position des nächsten Raums, durch das die Testperson gehen will, und blendet die Daten in deren 3D-Brille ein. Das dabei entstehende System überlappender Räume und Korridore wäre geometrisch in Wirklichkeit zwar nicht möglich, wird von den Testpersonen so aber nicht wahrgenommen.

Die Forscher machen sich dabei einen Schwachpunkt der menschlichen Wahrnehmung zunutze: Wer sich auf Objekte, die er anschaut, konzentriert, bemerkt kleine Änderungen nicht, die außerhalb seines Blickfelds liegen. Die Testpersonen gelangen über ein verwinkeltes Korridorsystem jeweils in den nächsten Raum, den sie durch eine von vier Türen wieder verlassen können, um weiterzugehen. Vorgeben ist zwar, von welchem Raum man in welches Zimmer gelangen kann, die genaue Lage der Räume und der Korridore zueinander wird jedoch dynamisch berechnet. Einen Eindruck von der Funktionsweise des Systems vermittelt ein Video bei YouTube.

Das Team unter der Leitung von Dr. Hannes Kaufmann will das Holo-Deck 1.0 weiterentwickeln, um die Raum-Illusion noch zu verstärken. Einsatzmöglichkeiten der neuen Technik sehen die Forscher vor allem in Anwendungen, bei denen der Inhalt der Räume im Zentrum des Interesses steht, beispielsweise Museen oder virtuelle Welten von Computerspielen. (ka)