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[Update] Groupware Scalix meldet sich zurück

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Nachdem Xandros seine 2007 von HP erworbene, webbasierte Groupware-Suite Scalix im Juli 2011 für rund 12 Millionen Dollar an Sebring Software, einen Hersteller von On-Premise Collaboration und Cloud-Software, verkauft hatte, war es um die einst populäre und preisgekrönte Groupware erneut still geworden. Jetzt bringt sich Scalix durch ein Management Buy-Out (MBO) und mit der neuen Version Scalix 12 ins Gespräch.

Bei einem MBO übernimmt die Geschäftsführung die Anteile der Gesellschaft mehrheitlich, wobei zur Finanzierung normalerweise nicht nur das Privatvermögen der Geschäftsleitung, sondern auch Mittel von Banken und anderen Finanzinvestoren zum Einsatz kommen. Dem neuen Management-Board der Scalix Inc. gehören Andreas Typaldos als CEO, Pascal Lauria von Xandors als Vizepräsident und verantwortlich für Vertrieb und Marketing VP, sowie Christoph Schmolmueller, als Leiter Forschung und Entwicklung an. Zeitgleich weist Scalix auf die baldige Verfügbarkeit von Scalix 12 hin. Scalix ist in mehreren Editionen, darunter auch einer Community-Version erhältlich.

Scalix basiert im Kern auf HP Open Mail, das Anfang der neunziger Jahre als beste Exchange-Alternative auf dem Markt gehandelt wurde und sich durch seine skalierbare Architektur, sowie die gute Outlook-Unterstützung auszeichnete. 2007 übernahm der Linux-Distributor Xandros Scalix und integrierte die in der Zwischenzeit in Teilen quelloffen weiterentwickelte Suite in seine Linux-Desktop-Umgebung. Dramatisch wurde es um Scalix, als die Weiterentwicklung unter der Regie von Xandors mehr oder weniger zum Erliegen kam und in den Scalix-Foren erboste Anwender die Software mehr oder weniger tot sagten.

So datierte die seinerzeit letzte stabile Version unter Xandros-Verantwortung 11.4 auf das Jahr 2008. Es folgten dann noch korrigierte Versionen, die letzte 11.4.6 erschien Ende 2009. Bei der funktionierte aber offenbar der von Xandros versprochene Support für Evolution nie vernünftig. Seit dem gab es zudem offenbar kein weiteres Update mehr für das Basis-System, sodass sich mehr und mehr Referenzkunden von Scalix verabschiedeten. Die von Xandros für das erste Quartal 2012 angekündigte, von Kunden lang erwartete Version 11.5 ist nie erschienen.

Seit dem gestrigen Mittwoch gibt es zunächst Release-Notes zu Scalix 12. Die Pressemitteilung verweist auf eine in Kürze verfügbare Download-Möglichkeit. Die offizielle Downloadseite verweist aber noch ins Leere und die Dokumentationsseite verweist in puncto Scalix 12 auf die Release-Notes. Dennoch rührt das neue Management-Team schon die Werbetrommel für Scalix 12, derzeit aber lediglich in Form einer erneuten Zusammenfassung der bekannten Key-Features mit Support für Outlook 2010 und 2013, ActiveSync, CalDav, -Unterstützung, Scalix AntiSpam and ZeroHour AntiVirus und "Distributed administration". Ferner stellt das Team mit "No vendor lock" die Tatsache besonders heraus, dass Scalix unter jeder Linux-Distribution läuft, mit allen Verzeichnisdiensten zusammenarbeitet und verspricht eine zügige Weiterentwicklung.

[UPDATE:] Scalix hat inzwischen die Verfügbarkeit der Version 12 offiziell bestätigt. Im Download-Bereich finden sich Versionen für RHEL, SLES und Intel-Linux, eine ActiveSync-Erweiterung für RHEL sowie Konnektoren für Outlook und BES. (Thomas Drilling) / (avr)