Menü

VMware setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: Kubernetes soll langweilig werden

Auf der VMworld zeigte VMware sein Projekt Pacific: Kubernetes will der Konzern in die ESXi-Welt integrieren und mit der vSphere-GUI administrieren lassen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge

(Bild: VMware)

Von

VMware schickt sein Projekt Pacific in die Beta-Phase, wie der Virtualisierungsspezialist auf dem europäischen Zweig seiner Hausmesse VMworld bekanntgab. Pacific ist ein Bestandteil von Tanzu – darunter fasst VMware zukünftig verschiedene Kubernetes-Angebote zum Erstellen, Ausführen und Verwalten von Applikationen zusammen.

Pacific kümmert sich um die Kubernetes-Integration in die ESXi und vSphere-Welt. Die mit vSphere gehosteten Container-Strukturen bindet VMware in die vSphere-GUI ein und unterwirft sie der eigenen Policy-Logik sowie den eigenen Techniken der Netzwerk-Virtualisierung und Storage-Anbindung. Damit kann die operative IT-Administration etwa Kubernetes-Namespaces, Cluster, Pods oder Container mit den gewohnten vSphere-Werkzeugen verwalten.

Björn Brundert von VMware erläuterte im Gespräch mit iX, dass man Kubernetes als Multi-Cloud-API begreifen könne. Heute sei es noch ein Container-Orchestrierungstool, aber in Zukunft werde es "eine Plattform, um Plattformen zu bauen" sein. Den gesamten Lebenszyklus hinweg vom Erstellen über das Ausführen bis zum Verwalten solle die Infrastruktur stets stabil und fehlerfrei funktionieren. Dies gelte besonders für Sicherheitsupdates und sonstige Patches in der Kubernetes-Infrastruktur. All dies solle für Admins und Entwickler zukünftig eine Selbstverständlichkeit sein – Kubernetes solle langweilig werden.

Ob VMware das umsetzen kann, entscheidet mit darüber, ob sich die Idee durchsetzt. Derzeit steht die Beta nur ausgewählten Kunden offen. Interessierte Firmen und Institutionen können sich aber auf vmw.re/PacificBeta um eine Teilnahme bewerben.

Außerdem gewährte VMware auf der VMworld Europe erstmals Einblick in ein neues verteiltes Eindringlingserkennungs- und Schutzsystem für virtuelle Netze. Derzeit heißt es NSX Distributed IDS/IPS. Im Hintergrund kommt Software des frisch akquirierten Herstellers Carbon Black zum Einsatz. Bis zur Markteinführung dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen; VMware geht momentan davon aus, dass die Beta-Phase spätestens Januar 2020 startet.

VMware kann bereits heute den Datenverkehr im Netz auf Dienste und beteiligte Kommunikationspartner hin analysieren und die Ergebnisse eskalieren. Dazu nutzt der Hersteller die Mikro-Segmentierung von 2013 und die im März 2019 eingeführten Service-defined Firewall. VMware verspricht durch die zugekaufte Technik eine höhere Leistung und weniger falsch-positive Treffer.

Keinerlei Informationen gab es auf der Veranstaltung darüber, wann und in welcher Form der Nachfolger von vSphere 6.7 erscheint. Die VMworld Europe fand diese Woche in Barcelona mit etwa 14.000 Teilnehmern statt, gut 2000 mehr als im letzten Jahr. (Jörg Riether) / (fo)