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VMworld in Barcelona: Mit Heptio auf Kubernetes-Kurs

In Barcelona konnten die VMworld-Teilnehmer sehen, wie sich VMware seine Kubernetes-Zukunft vorstellt.

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VMworld in Barcelona: VMware setzt auf Kubernetes

(Bild: VMware)

Zur europäischen VMworld kamen dieses Jahr rund 12.000 Teilnehmer nach Barcelona. VMwares überraschende und wichtigste Ankündigung am ersten Tag der Hausmesse war die geplante Akquisition des Kubernetes-Dienstleisters Heptio, dank der VMware mit Joe Beda und Craig McLuckie zwei der drei Kubernetes-Erfinder zu sich an Bord nimmt – der dritte Gründer Brendan Burns ist bei Microsoft mit der Azure Cloud beschäftigt.

Kubernetes ist für VMware beileibe kein Neuland, bietet der Hersteller doch bereits seit Ende 2017 die Pivotal Container Services (PKS) als professionelle Entwicklungsplattform an. Sie richten sich allerdings aufgrund ihrer Mächtigkeit und Komplexität primär an große Unternehmen aus der Softwareentwicklungsbranche. Die Übernahme von Heptio kann man daher auch als Signal an die DevOps-Szene werten, dass VMware sich nun mindestens auf Augenhöhe mit der Konkurrenz im Container-Markt sieht – eine Parallele zur Übernahme von Nicira im Jahr 2012, mit der sich der Konzern als Anbieter im Datacenter-Netzwerksegment in Konkurrenz zu Cisco positionierte.

VMware nutzt die Gunst der Stunde und will über die Heptio-Übernahme seine Kubernetes-Verwaltungsplattform bei seinen weltweit 500.000 Kunden verteilen. Verlierer in dem Container-Spiel ist daher wohl Docker, dessen Technik zwar zumeist die Grundlage der Infrastruktur bildet, aber dessen kommerzielle Enterprise Edition bislang nur einen überschaubaren wirtschaftlichen Erfolg aufweisen konnte.

Außerdem hat VMware seine Pläne konkretisiert, seinen Hypervisor ESXi auf ARM-CPUs zu portieren. Im Hauptvortrag zeigte der Hersteller, wie ESXi in einer nicht öffentlich verfügbaren Entwicklungsversion auf einem Raspberry Pi läuft. Auf Nachfrage gab der Konzern an, dass mit einer Betaversion nicht zeitnah zu rechnen sei. VMwares Ziel ist es, im wachsenden IoT-Markt mit dem Hypervisor Fuß zu fassen, allerdings ist der Hersteller noch auf der Suche nach geeigneten Anwendungsszenarien. Ob der Raspberry Pi tatsächlich eine Plattform für ESXi darstellen wird, ist noch unklar – der Einplatinenrechner dient momentan als Machbarkeitsstudie.

Seit dem Erscheinen von NSX vor fünf Jahren hat VMware auch die IT-Sicherheit als Betätigungsfeld für sich erschlossen. Jüngstes Produkt im Portfolio ist AppDefense, mit dem der Anbieter die Sicherheit von virtuellen Maschinen im Rechenzentrum erhöhen will.

Hierzu geht VMware einen anderen Weg als herkömmliche Antivirenprogramme: Statt nach bekannten Mustern zu suchen, hält AppDefense eine als gut angenommene Ausgangslage fest, indem es das normale Verhalten von Applikationen und virtuellen Maschinen festschreibt. Sobald AppDefense im Betrieb eine Abweichung von diesem Normalverhalten feststellt, kann es mit den Werkzeugen des Hypervisors oder, sofern vorhanden, NSX-T die Maschine in Quarantäne versetzen oder ausschalten. In der neu eingeführten Lizenzstufe vSphere Platinum bündelt VMware die Enterprise Edition seiner Virtualisierungssuite mit den Funktionen von AppDefense.

Auch nächstes Jahr soll die europäische Ausgabe der VMworld erneut in Barcelona stattfinden. Interessierte können als Termin bereits den 4. bis 7. November 2019 vormerken. Mehr Informationen zur VMworld finden sich auf der Webseite der Veranstaltung. (Jens-Henrik Söldner) / (fo)