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Verzicht auf eigene Rechenzentren: Netflix setzt auf die AWS-Cloud

Ganze sieben Jahre hat der Prozess gedauert, nun hat Netflix seine Migration in die AWS-Cloud abgeschlossen. Neben erheblich niedrigeren Kosten gefällt den Verantwortlichen vor allem die in vielfacher Hinsicht hohe Flexibilität des Dienstes.

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Nach sieben Jahren Arbeit hat der Streaming-Anbieter Netflix seine Migration zu Amazons Web Services (AWS) abgeschlossen. So kommt einer der größten Anbieter im Segment vollständig ohne eigene Rechenzentren aus. Nutzer sollten jedoch keine Änderungen spüren, denn alle kundenseitigen Dienste laufen bereits seit wenigstens 2015 in der Cloud. Für die eigentlichen Streams verwendet Netflix das hauseigene Content Delivery Network namens Netflix Open Connect. Als letzten Schritt hatte Netflix die Abrechnung und die Verwaltung der Mitarbeiter- wie Kundendaten migriert.

Laut einem Blogeintrag stellten jedoch nicht nur die auf einen Bruchteil gesunkenen Kosten den Grund für den Schritt dar. Eine dreitägige Datenbankstörung des DVD-Dienstes war 2008 der Auslöserfür die Migration. Die Verantwortlichen wollten ihr System von vertikal skalierten Datenbanken mit Single Points Of Failure (SPOFs) auf eine horizontal skalierbare, verteilte Umgebung umstellen.

Als Netflix das Cloud-Projekt begann, hatte der Streaming-Anbieter noch einen Großteil seiner Expansion vor sich. Seitdem hätten die monatlich vor dem Bildschirm verbrachten Stunden der Nutzer ein tausendfaches Wachstum hingelegt. Gerade dabei habe sich die Cloud bewährt, der Konzern geht nicht davon aus, dass er Server in die eigenen Rechenzentren schnell genug hätte integrieren können. Zudem seien die unterschiedlichen AWS-Regionen beim Ausweiten des internationalen Geschäfts von Vorteil.

Bei der Umstellung habe es aber auch Hindernisse gegeben. Am einfachsten wäre es gewesen, direkt die bestehende Infrastruktur auszulagern. Dabei hätte man jedoch genauso die Probleme des eigenen Rechenzentrums migriert. Stattdessen habe Netflix sein System von Grund auf neu entworfen. Statt einer monolithischen App kommen nun hunderte Mikrodienste zum Einsatz, ihr Datenmodell haben die Entwickler mithilfe von NoSQL-Datenbanken denormiert. IT-Entwicklungsteams seien nun deutlich weniger auf zentrale Entscheidungen angewiesen, wodurch sich mehr Innovationen ergeben hätten.

[UPDATE, 12.02.2016, 18:30] Unklarheit mit dem Streaming per CDN beseitigt. (fo)