Virtueller Streik bei IBM

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Avatare gehen für italienische IBM-Mitarbeiter auf die Straße [Klicken für vergrößerte Ansicht]

Unzufriedene Beschäftige bei IBM in Italien haben einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, ihrer Verärgerung Ausdruck zu verleihen. Am 26. September haben sie einen Streik in der virtuellen Welt von Second Life (SL) gestartet. Inzwischen haben weltweit über 500 Angestellte bei IBM aus 18 Ländern eine Petition der Italiener unterzeichnet.

IBM betreibt in Second Life über 50 Niederlassungen für Schulungen, Forschungen, Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Treffen mit Kunden. Allein mehr als 5000 Angestellte bei IBM arbeiten inzwischen in virtuellen Welten. IBM hatte kürzlich erst seine Geschäftszentren in Second Life ausgebaut, um Angestellte für seine australischen und asiatischen Standorte anzuwerben.

Vor diesem Hintergrund hat die Ablehnung neuer Verträge für die Beschäftigten durch IBM in Italien für böses Blut gesorgt. Die offizielle Mitarbeitervertretung, die Rappresentanza Sindicale Unitaria IBM Vimercate (RSU), hatte für die 9000 Arbeiter in Italien eine Lohnerhöhung von etwa 40 Euro pro Monat gefordert. Das Unternehmen strich daraufhin eine Vergütung für seine Mitarbeiter, was laut RSU einer Einbuße von schätzungsweise 1000 Euro im Jahr gleichkommt.

Die Organisatoren des Streiks in SL wollen Aktionen in kleinen Gruppen mit unterschiedlichen Zielsetzungen durchführen, schwerpunktmäßig in den IBM-Niederlassungen, aber auch in anderen öffentlichen Gebieten der virtuellen Welt – vor allem, falls IBM seine virtuellen Standorte schließen sollte. (rh)