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Webservices-Konsortium löst sich auf

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Der letzten Erklärung (PDF) der WS-I (Web Services Interoperability Organization) zufolge hat das Gremium seine selbstgesetzten Ziele erreicht und löst sich deshalb auf. Die erarbeiteten Standards, die die Zusammenarbeit unterschiedlicher Webdienste gewährleisten sollen, werden in die Obhut von OASIS übergeben.

Die WS-I hat sich auf die erste Generation von Webservices spezialisiert, die XML-Dokumente verwendeten. Sie entwickelte jedoch keine Standards, sondern Verfahren und Werkzeuge für Interoperabilitätstests. Zu ihren zuletzt 39 Mitgliedern gehörten unter anderem IBM, Microsoft, Oracle, SAP und Computer Associates.

In einem Blog-Eintrag beschreibt Suns ehemaliger Open-Source-Guru Simon Phipps die Entstehung der XML-Webservices Anfang des Jahrzehnts: Nach seinem Eindruck hätten große IT-Firmen sich deshalb auf die Technik gestürzt, weil ein Analyst überall nach der jeweiligen "Webservices-Strategie" gefragt habe. Wenn die Konkurrenz Webservices hatte, habe man selbst auch welche haben wollen. Mit dem "Web" jedoch hätten diese Dienste, meint Phipps weiter, kaum noch etwas zu tun – sie seien zu unhandlich gewesen, quasi eine Portierung von CORBA ins Internet. Inzwischen seien sie weitgehend durch die auf HTTP aufsetzenden REST-Services ersetzt. XML-Webservices spielten fast nur noch in Intranets eine Rolle.

Schon vor zwei Jahren hatte auch Tim Bray, Mitentwickler von XML, diese Web-Services ähnlich beurteilt. "Der SOAP-Stack gilt heute allgemein als peinlicher Misserfolg", sagte er in einem Interview. (ck)