X11 wird 25 Jahre alt

Der Juni 1984 ist ein denkwürdiges Datum in der Geschichte der Fenstersysteme: Am MIT begann die Arbeit an einem netzweiten, grafischen Fenstersystem.

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Von
  • Kersten Auel

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Bob Scheifler und Jim Gettys am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein netzfähiges Fenstersystem schufen. Das zunächst nur für interne Zwecke konzipierte X Window System ist mittlerweile für jede Unix(ähnliche)-Plattform verfügbar.

Ausgehend von W, einem an der Standford University entwickelten Prototyp für ein Fenstersystem, das über ein Netzprotokoll Bildschirmausgaben in Terminalfenstern machen konnte, entstand über die Jahre ein grafisches Fenstersystem, das die Grundlage für viele heutige Desktop-Systeme bildet.

Das wesentliche Merkmal von X11 ist seine Client/Server-Architektur. Als lokaler Prozess kümmert sich der X-Server um die Hardwarespezifika des Displays, während die Clients auf irgendeinem Rechner im Netz laufen können. Diese Plattform- und Geräteunabhängigkeit dürfte ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass sich X gegen andere Fenstersysteme wie Suns NeWS oder später die Next-Oberfläche durchgesetzt hat.

Von Anfang an waren die Quellen des X Window System frei verfügbar. Ein Vorstoß der Open Group, die nach zehn Jahren die Verantwortung dafür vom X Consortium übernahm, für die kommerzielle Nutzung Lizenzgebühren zu erheben, war zum Scheitern verurteilt. Nicht zuletzt die Ankündigung des XFree86-Teams, das seit 1992 Open-Source-Implementierungen für PCs liefert, zukünftig eine eigene Weiterentwicklung auf Basis der bis dahin freien Version X11R6.3 zu betreiben, spielte dabei eine entscheidende Rolle.

X11 ist weiterhin frei verfügbar und mittlerweile durch viele Erweiterungen an immer neu entstandene Benutzerwünsche angepasst. Die aktuelle Version 7.4 hat die X.Org Foundation – heutige Hüterin der X-Quellen – am 23. September 2008 freigegeben. Weitere Details zur X-Historie enthält die Juli-Ausgabe der iX, die ab dem 25. Juni im Handel ist. (ka)