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Zwei kostenfreie Codecs kandidieren für MPEG-Standard

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Nachdem vor knapp einem Jahr die MPEG-Arbeitsgruppe der ISO mit dem Auswahlverfahren für einen lizenzkostenfreien Codec für Webvideo begonnen hatte, sind jetzt zwei Produkte in die engere Wahl gekommen. Firmen, die möglicherweise Patente für das jeweilige Verfahren besitzen, müssten bei der von der MPEG-Gruppe geforderten "Type-1-Lizenz" auf Gebühren für deren Nutzung verzichten.

2012 will die Gruppe zwischen den beiden Kandidaten IVC (Internet Video Coding) und WebVC entscheiden. IVC basiert auf MPEG-1 und enthält patentfreie Verbesserungen aus MPEG-2, JPEG und anderen Techniken. Dahinter stehen die Universitäten von Hongkong, Beijing, Tsinghua und Zhejiang. Bei den für IVC verwendeten Verfahren soll der Patentschutz ausgelaufen sein – das gilt Ende 2012 für die Hälfte der MPEG-2-Patente.

WebVC stammt vom Standard für H.264/Baseline aus dem Jahr 2003 ab. Die Verfechter dieses Vorschlags (Apple, Cisco, Fraunhofer, Magnum Semiconductor, Polycom und der Blackberry-Hersteller RIM) hoffen, alle Patenthalter zum Verzicht auf Lizenzgebühren bewegen zu können. Ein auf diese Technik festgelegter Standard könnte jedoch von Weiterentwicklungen bei dem durch Patente geschützten H.264 abgeschnitten sein.

Sollte sich die ISO im nächsten Jahr für IVC oder WebVC entscheiden, könnte das ein Kandidat für das video-Element des kommenden HTML5-Standards sein. Bislang hat sich die Spezifikation auf keinen Codec festgelegt, Browser unterstützen entweder H.264, das freie Ogg Theora oder Googles WebM/VP8. (ck)