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Test: iPad Air 2 und iPad mini 3

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Unmittelbar nach Apples Pressekonferenz durften wir die neuen Modelle ins Testlabor holen. Manches an den Neuerungen überrascht, anderes enttäuscht ein wenig.

Das iPad mini 3 [1] bietet erstmals Touch ID, außerdem, je nach Konfiguration, mehr Speicherplatz und einen goldfarbenen Gehäuserücken. Auch die Frontkamera hat sich verbessert und ist jetzt dieselbe wie beim iPad Air 2. Abgesehen davon entspricht es jedoch dem ein Jahr alten iPad mini Retina, das Apple nun schlicht iPad mini 2 nennt. Die Prozessor- und Grafikleistung ist leider die alte geblieben, ebenso wie das Display, das 1536 × 2048 Pixel bei 326 dpi auflöst.

Demgegenüber hat sich beim iPad Air 2 [2] mehr getan. Es kann zumindest für einige Wochen die Krone des dünnsten Tablets der Welt tragen und ist jetzt nur noch 6,1 mm dick (bisher 7,5 mm). Den Unterschied spürt man durchaus. Mit 437 Gramm in der WLAN-Variante ist es zudem etwa 30 Gramm leichter geworden. Es fühlt sich solide an und liegt sehr gut in der Hand.

Das iPad Air und das iPad Air 2 (rechts) im Direktvergleich.

Mit Touch ID sind beide Geräte im Alltag sicherer: Bisher haben wohl nur die wenigsten ihr iPad mit einem langen Passcode versehen. Der schützt aber nicht nur das Gerät selbst, sondern etwa auch gespeicherte Kennwörter und hilft bei der Verschlüsselung des Dateisystems.

Das sehr gute Display misst diagonal weiterhin 9,7 Zoll und hat die Auflösung von 2048 × 1536 Pixeln (264 dpi) beibehalten. Da können die Tablets anderer Hersteller teilweise mehr, doch das kann man mit bloßem Auge nicht erkennen.

Das iPad Air 2 ist dünner als das iPad Air 1 (unten) und lässt sich nicht mehr per Kippschalter stumm schalten.

Im Inneren des iPad Air 2 verbaut Apple den ans iPad angepassten A8X-Prozessor, der mit 1,5 GHz etwas schneller getaktet ist und mit drei Kernen einen mehr hat als der A8 in den neuen iPhones. Auch seine Grafikeinheit ist verbessert worden. Die Unterschiede bemerkt man vor allem in Spielen.

Ein vollwertiger M8-Coprozessor, wie man ihn schon vom iPhone 6 kennt, zählt erstmals beim iPad Schritte sowie erklommene Stockwerke. Erstmalig besitzt ein iOS-Gerät 2 GByte RAM: sehr erfreulich.

Beide neuen iPads haben jetzt den Fingerabdrucksensor Touch ID, was sie sicherer macht.

Die Batterielaufzeiten sind im Vergleich zum Vorjahresmodell leicht gesunken, bleiben aber ungefähr im Rahmen dessen, was Apple verspricht.

Kameras, WLAN/LTE, Fazit

Der rückseitigen iSight-Kamera hat Apple den Bildsensor des iPhone 5s spendiert. Der 8-Megapixel-Sensor führt zu leicht schärferen Aufnahmen, und bei feinen Details kommt es zu weniger Farbverfälschungen.

Die überarbeitete FaceTime-Kamera auf der Vorderseite bringt zwar eine bessere Optik mit als die Rückseitenkamera und auch den gleichen Bildsensor wie die neuen iPhones, unterscheidet sich bei guten Lichtverhältnissen jedoch kaum von der Vorgängerin.

Der WLAN-Chipsatz im Air 2 funkt nun nach dem IEEE-802.11ac-Standard, mit seinen zwei Antennen schafft er darüber bis zu 866 MBit/s brutto. Wie die neuen iPhones unterstützt die Mobilfunk-Variante des iPad Air 2 mehr LTE-Bänder, was sich im Urlaub bezahlt machen dürfte.

Die neue Apple-SIM ist nur in den USA und Großbritannien im Lieferumfang enthalten. Sie erlaubt es, den Netzbetreiber per Software umzuschalten, sofern dieser mitspielt.

Obwohl den iPads der NFC-Chip des iPhone 6 fehlt, unterstützen sie – derzeit nur in den USA – beide das Bezahlsystem Apple Pay.

Fazit: Das iPad mini 3 enttäuscht ein wenig, weil sich im Vergleich zum Vorgänger kaum etwas verändert hat. Freilich ist es dennoch ein sehr gut verarbeitetes und schnelles Tablet für all jene, denen die 10-Zoll-Variante zu groß oder zu teuer und ein iPhone zu klein ist.

Das iPad Air 2 hat Apple in allen Belangen verbessert. Wer auf seinem Tablet Multimedia-Inhalte produziert, wird sich über die verdoppelte RAM-Ausstattung freuen, und wer viel in 3D spielt, über den A8X.

Neue iPads (19 Bilder) [3]

[4]
Tim Cook berichtet, das iPad habe 100 % Kundenzufriedenheit.

Die Verkaufspreise (ab 389 Euro für das iPad min i3, ab 489 Euro für das Air 2 im Apple Store [5]) sind eine Versuchung. Beide bieten mehr als ihre Vorgänger, kosten aber gleich viel. Insbesondere im Vergleich mit der Android-Konkurrenz schneiden die neuen hervorragend ab.

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[1] http://www.apple.com/de/ipad-mini-3/
[2] http://www.apple.com/de/ipad-air-2/
[3] https://www.heise.de/mac-and-i/bilderstrecke/bilderstrecke_2426720.html?back=2429578
[4] https://www.heise.de/mac-and-i/bilderstrecke/bilderstrecke_2426720.html?back=2429578
[5] http://store.apple.com/de/buy-ipad/ipad-air-2